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83-jähriger Geisterfahrer für tödlichen Unfall verantwortlich

am 17.12.2007 von schreibmaschine

„Ich war total neben der Kappe und konnte mich nicht mehr richtig konzentrieren“, sagte ein 83-jähriger Mann aus Steinfeld bei Lohr am Freitag vor dem Würzburger Amtsgericht. Der Rentner war am 1. September 2006 auf der Bundesstraße 27 im Würzburger Stadtgebiet als Geisterfahrer unterwegs. Dabei hatte er einen Frontalzusammenstoß mit einem 47-jährigen Motorradfahrer aus dem Main-Spessart-Kreis, der bei dem Unfall ums Leben kam. Wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs wurde der 83-Jährige zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Wie es dazu kam, dass er um kurz vor 21 Uhr auf der stadtauswärts führenden Spur der B27 zwischen Würzburg und Veitshöchheim in Richtung Stadtmitte fuhr, weiß der Angeklagte heute nicht mehr. Eigentlich wollte er eine Bekannte aus Polen an jenem Abend zum Busbahnhof nach Würzburg fahren und noch vor Einbruch der Dunkelheit wieder zuhause sein: „Im Dunkeln ist Auto fahren schwierig für mich.“ Kein Wunder: Bei einer medizinisch-psychologischen Untersuchung nach dem Unfall wurde festgestellt, dass der 83-Jährige bei der Leistungsfähigkeit im Straßenverkehr schon seit längerer Zeit deutlich unter den Mindestanforderungen liegt. „Er war fahruntüchtig“, lautet die Zusammenfassung der Untersuchung. Unter anderem hat der Rentner eine Sehschwäche als Folge von grauem Star, vor Gericht zählte er weitere gesundheitliche Probleme auf. Trotzdem hielt er sich noch für fahrtüchtig und dachte offenbar vor dem Unfall nicht daran, aus Sicherheitsgründen seine Fahrerlaubnis zurückzugeben. „Auf den Dörfern behält man seinen Führerschein, so lange es geht“, erläuterte sein Verteidiger Reinhold Lachmann (Lohr). In Würzburg fand der Angeklagte den Busbahnhof nicht und irrte …

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Der Autor und sein Blog

Patrick Wötzel

Gerichtsberichterstatter, Lokaljournalist, Sportreporter - Revier: Würzburg

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