8 Jahre Haft für Nadines Vater, Bewährungsstrafe für die Mutter
am 04.05.2007 von http://www.strafblog.de
Der Vater der vermutlich im August 2002 gestorbenen knapp 2-jährigen Nadine ist heute vom Landgericht Hildesheim wegen Körperverletzung mit Todesfolge und schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen zu einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren verurteilt worden. Die ebenfalls angeklagte Mutter wurde zu einem Jahr mit Bewährung verurteilt. Wie rp-online mitteilt, ist das Gericht davon überzeugt, dass der 32-Jährige das Kind von Dezember 2001 bis August 2002 mehrfach geschlagen, misshandelt und unterversorgt hat. An den Folgen soll das Kind schließlich gestorben sein. Die Mutter soll mehr oder weniger tatenlos zugeschaut haben.
Die beiden Angeklagten hatten die Tat bestritten und behauptet, Nadine sei Anfang 2003 aus dem Hochbett gefallen und habe sich hierbei tödliche Verletzungen zugezogen. Aus Angst vor dem Jugendamt hätten sie den Tod nicht angezeigt und die Leiche im Harz verscharrt. Stattdessen hatten sie ein später geborenes Kind als Nadine ausgegeben. Die Leiche ist bis heute nicht gefunden worden. Der genaue Todeszeitpunkt und der Tathergang konnten im Prozess nicht geklärt werden.
Die Staatsanwaltschaft war in der Anklage davon ausgegangen, der Vater habe das Kleinkind aus Frust getötet, weil er davon ausgegangen war, dieses entspringe einem Seitensprung seiner Ehefrau. Tatsächlich hatte eine DNA-Analyse ergeben, dass er nicht der Erzeuger des Kindes ist.
Der Verteidiger des Mannes hatte heute morgen noch in einem Beitrag im Frühstücksfernsehen bei RTL erkärt, er rechne mit einem Freispruch. Ein Revisionsverfahren dürfte vorprogrammiert sein.
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