5 Fragen zum neuen Unterhaltsrecht 2008

Warum muss das Unterhaltsrecht überhaupt geändert werden?

Die gegenwärtige Regelung, nach der eine geschiedene Mutter bis zu acht Jahre Unterhalt für die Betreuung eines Kindes bekomme, eine unverheiratete Mutter dagegen nur maximal drei Jahre, verstößt gegen das Grundgesetz. Sie benachteiligt nach Ansicht des Verfassungsgerichtes die nicht-ehelichen Kinder.

Nach einer Trennung ist das Geld in den meisten Familien knapp. Wer bekommt in diesen Fällen was?

Künftig hat der Unterhalt der Kinder Vorrang vor allen anderen Ansprüchen. Sie können im Gegensatz zu Erwachsenen nicht selbst für ihren Unterhalt sorgen und stehen daher, ob ehelich oder nicht, immer im “ersten Rang”. Ist dann noch Geld übrig, folgen im “zweiten Rang” die Elternteile, die die Kinder erziehen - egal, ob mit Trauschein oder ohne. Ein Beispiel: Hat ein geschiedener Mann mit der neuen Freundin noch ein Kind, wird dessen Mutter ebenso behandelt wie die Ex-Frau, bei der die Kinder aus der gescheiterten Ehe leben. Bisher müssen sich unterhaltsberechtigte Kinder Rang eins mit geschiedenen und aktuellen Ehegatten teilen.

Die Union hat die Neuregelung lange mit dem Argument abgelehnt, sie verstoße gegen den besonderen Wert der Ehe. Warum gibt sie nun nach?

Mit dem Urteil aus Karlsruhe war der Spielraum für die Politik vergleichsweise gering. Danach ist für den Anspruch auf Betreuungunterhalt nicht der Status der Beziehung relevant, sondern alleine das Kind. Für Ehefrauen, die ihr Leben vor allem der Kindererziehung gewidmet und ihren Beruf aufgegeben haben, gibt es jedoch eine sogenannte Billigkeitsklausel. Damit sie wirtschaftlich nicht ins Bodenlose fallen, können die Richter ihnen länger als drei Jahre Unterhalt zusprechen.

Ist mit dem neuen Unterhaltsrecht auch ein politischer Richtungswechsel verbunden?

Ohne Zweifel: Ja. Frauen müssten heute mehr Eigenverantwortung übernehmen, verlangt die Justizministerin. Eine Garantie für einen einmal erreichten Lebensstandard gebe es nicht mehr. Zypries wörtlich: “Man kann nicht davon ausgehen, dass man später alimentiert wird. Wir haben eine hohe Scheidungsrate, die Rollenverteilung innerhalb der Ehe hat sich gewandelt und neue Familienformen entstehen.” Bei einem auf drei Jahre befristeten Unterhalt wächst so zwangsläufig der Druck, nach einer Trennung möglichst rasch wieder für sich selbst zu sorgen. Ging das alte Unterhaltsrecht noch von der klassischen Alleinverdiener-Ehe aus, so richtet sich das neue Recht nun nach den neuen Realitäten: Jede dritte Ehe in Deutschland wird geschieden - und immer mehr Eltern leben ohne Trauschein zusammen.

Nach welchen Kriterien wird der Unterhalt für ein Kind berechnet? Um welche Summen geht es dabei?

Maßstab dafür ist die sogenannte Düsseldorfer Tabelle - eine Art Richtlinie für Familienrichter. Ein Vater von zwei Kindern im Alter von sieben und 13 Jahren, der sich von seiner Familie trennt und 2000 Euro netto im Monat verdient, muss danach 683 Euro im Monat Kindesunterhalt zahlen. Bei einem Vater mit 1700 Euro netto und zwei Kindern von drei und vier Jahren wären es 490 Euro. Das Kindergeld wird darauf zur Hälfte angerechnet.

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Themen: Gerichtsreport , Familien , Unterhaltsrecht 2008

Erschienen 8. November 2007 auf http://log.handakte.de/.

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Kommentare zu "5 Fragen zum neuen Unterhaltsrecht 2008":

3. März 2008 von Sunny — Ich muss wirklich sagen, dass mich diese neue Regelung mehr als erschüttert. Wie kann das sein? Ein Paar gründet eine Familie und heiratet. Die Frau bleibt dem Mann zuliebe daheim und versorgt die Kinder. Sie hängt also ihren Job und ihre berufliche Zukunft wegen der Kinder an den Nagel und verfolgt deshalb ihre berufliche Karriere nicht mehr, denn mit Kindern geht das ja leider nicht. Jahre später scheitert die Ehe, weil sich das Paar nicht mehr versteht oder vielleicht sogar, weil der Mann eine neue Frau gefunden hat. Die Ehefrau wird geschieden, hat keine Karriere machen können, ist zu alt für einen "echten" Einstieg ins Berufsleben und bekommt dann noch zur "Belohnung" keinen oder wenig und zeitlich begrenzten Unterhalt. Sie soll also wieder arbeiten gehen, auch in einem ganz anderen und unterbezahlten Job. Vielleicht sogar mit etwas Glück wieder in ihrem alten Job einsteigen aber eben ohne den Aufstieg, den sie ohne die Kindererziehung sicherlich gehabt hätte. Der Mann hat die "neue Frau und Beziehung" und davor jahrelang an seiner Karriere basteln können und muss sich um Unterhaltszahlungen keinen Kopf mehr machen. Wenn das nicht ungerecht ist, dann weiß ich`s auch nicht! Meine Meinung: Bei so einem Gesetzt ist man eigentlich mehr als doof, wenn man Kinder in die Welt sezt, denn man weiß ja nie wie eine Beziehung auf Dauer laufen wird und so befindet man sich am Ende ganz schnell selbst in dieser Falle und ist betroffen!!! Eigentlich müsste man mit allen betroffenen und nichtbetroffenen Frauen einen Aufruf gegen diese Frechheit machen!
5. März 2008 von Sabine — Hallo Sunny,
du sprichst mir aus dem Herzen. Genauso geht es mir momentan. Ich habe meinen damaligen Job aufgegeben, damit mein Mann sich in Ruhe um seine Arbeit kümmern kann. Er hat mich irgendwann betrogen und dann rausgeschmissen mit den Kindern. Jetzt lebt er mit seiner Freundin in dem Haus und meine Kinder und ich wissen nicht, wovon wir satt werden sollen. Es ist zum Heulen. Kinder in Deutschland zu bekommen wird einem immer schwieriger gemacht. Ich bin bei dem Aufruf dabei.
7. März 2008 von Sunny — Hallo Sabine,
ich bin zwar zum Glück keine Betroffene aber ich finde, dass diese Gesetzesänderung die größte Frechheit uns Frauen gegenüber ist. Ja, ich würde wirklich gerne einen Aufruf starten und etwas in Bewegung setzen was unseren lieben Politikern vielleicht mal einen Denkanstoß geben könnte. Weißt du oder irgendjemand wie man betroffene und auch nichtbetroffene Frauen mobilisieren kann?
Wer möchte sich anschließen und hat gute Ideen? Die werden wir brauchen!
15. März 2008 von Michael — Ohh ich sehe es mal stark anders.
Die "alten" Gesetze haben viel viel viel zu viele Frauen zur abzocke verführt.
Ich kenne viele Beziehungen die von der Frau beendet wurden ... wenn sie nun mal die Familie auseinander reisst soll er noch treu doof für zahlen ?
Ist das eure Vorstellung von gerechtigkeit ?
17. März 2008 von Sunny — Nun, sicherlich gab es Fälle, bei denen Männer in Punkto Unterhalt ausgenutzt wurden. Sicherlich gab und gibt es viele Beziehungen die von Frauen beendet wurden und werden. Aber meine persönliche Vorstellung von Gerechtigkeit ist es auf jeden Fall auch nicht, wenn eine Frau ihren Job für ihre Kinder und ihren Mann an den Nagel hängt und dann viele Jahre später mittellos da steht. Was ist mit der Karriere der Frau? Was ist mit den Aufstiegsmöglichkeiten, die sie sicherlich gehabt hätte, wenn sie nicht bei ihren Kindern gewesen wäre?
Wie wäre das für dich als Mann? Du bleibst daheim und kümmerst dich als Hausmann um den Haushalt. Deine Frau verdient das Geld für euch. Jahre später klappt es nicht mehr und du hast alles aufgegeben, würdest praktisch wieder bei null anfangen - eigentlich noch weniger, denn welcher Arbeitgeber nimmt dich noch in deinem Alter? Da gibt es ganz andere, jüngere Bewerber...! Wäre das dann immer noch fair? Du stehst da mit 2-3 Kindern, hast also keine Berufserfahrungen mehr vorzuweisen, keine Chancen, keine Aufstiegsmöglichkeiten..! Gerechtigkeit ist wirklich etwas anderes!

Ganz ehrlich, der Mann ist doch bei dieser Änderung der Gewinner auf der ganzen Linie und wenn ich mir vorstelle was Sabine geschrieben hat...

Sie hat sich um die gemeinsamen Kinder gekümmert und wurde dummerweise gegen eine neue Frau ausgetauscht. Nun hat sie zwar die Kinder aber keine finanziellen Mittel und Möglichkeiten. Ihr Ex dagegen hat sein Leben lang an seiner Karriere gebastelt und ist finanziell abgesichert und behält alles für sich. Ist das fair? Wo wird hier in Deutschland noch "wirklich" honoriert, dass Kinder in die Welt gesetzt werden? Ich denke es dauert eine kurze Weile, bis die Frauen gemerkt haben, was sie erwartet oder erwarten kann und dann wird eine Familienplanung auch nicht mehr so einfach und schnell stattfinden. Man schiebt ja alles vor sich her und interessiert sich nicht dafür, solange es einen nicht selbst betrifft.
20. April 2008 von Woody — Ich bin ein (gehörnter)Mann!

Meine Frau hat mich von jetzt auf gleich vor die Tür gesetzt ohne dies auch nur Irgendwie zu Begründen. Desweiteren hat Sie den gesamten Hausrat behalten. Ich musste mich bei meiner Mutter einquartieren, bis ich wieder auf eigenen beinen stehen kann.

Wir sind mittlerweile knapp 4 Jahre Verheiratet haben eine 3 Jährige Tochter. Mittlerweile ist Sie wieder Schwanger (def. Nicht mein Kind )
Sie sagt jetzt aber ich soll der Vater sein und soll auch dafür Zahlen.

Meine frau hat es nicht für Notwendig erachtet arbeiten zu gehen, obwohl ich Sie dazu ermutigt habe, (habe es nicht von Ihr Verlangt!!), und Sie auch die Möglichkeit hatte.

Jetzt Verlangt Sie von mir Unterhalt dem ich nicht nachkommen kann weil mein einkommen zu gering ist.

Sie hat immer noch die möglichkeit Arbeiten zu gehen, meiner meinung nach soll Sie die erfahrung machen wie es ist für seinen Lebensunterhalt schufften zu müssen.

Daher finde ich das neue recht mehr als Fair!!
21. April 2008 von Petra — Ich bin eine betroffene Frau!!!
Hab mit 18 geheiratet(er war 20 ) und aufgrund der
geplanten Ehe das Gymi in der 11.Klasse verlassen.War zwar sehr dumm von mir, aber wenn man verliebt ist...Bekam dann einen gutbezahlten Job als Sachbearbeiterin und verdiente bis ich 5 Jahre später schwanger wurde ein paar 100 Euro mehr als mein ExMann.Eine mir angebotene Ausbildung für die gehobene Beamtenlaufbahn konnte ich nicht annehmen, denn mein Exmann machte ein von der Bundesbahn finanziertes Studium. Ansonsten hätte das Geld seiner Meinung nach zum gemeinsamen Leben und in Vorraussicht der Familienplanung einfach nicht gereicht.Mit 23 bekam ich das 1.Kind zwei Jahre später das 2. und nach weiteren 4 Jahren das 3.Kind. Da ich keinerlei Fremdhilfe hatte war ich 22 Jahre zu Hause und hab die Karriere meines Exmannes unterstützt in dem ich ihm den Rücken frei hielt. Musste für seine Karriere 3mal umziehen mit jeweiligem Hausverkauf und Hausneubau.
Nach 27 Jahren Ehe nun das aus. Ich habe im Alter von 46 Jahren eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau gemacht um soviel Geld wie möglich selbst zu verdienen. Nur habe ich keinerlei Aufstiegsmöglichkeiten mehr.
Mein Exmann verdient heute 6000 Euro netto, ich 1500 Euro. Mir wurde bei der Scheidung 2002 einen unbegrenten Unterhalt zugesprochen, denn ich habe bei dieser Entwicklung bedeutend mitgewirkt. Daraufhin habe ich mir, nachdem zwei Kinder ihr eigenes Leben aufgebaut haben, 2006 für die Altervorsorge eine Wohnung gekauft.Die jüngste Tochter wohnt noch bei mir. Der Unterhaltstitel war mit Voraussetzung für die Finanzierung.Ich hab mich auf dieses Gesetz und diesen Titel verlassen und hab unter Treu und Glauben gehandelt.
So und nun kommt so ein neues Unterhaltsgesetz und ich muss jetzt um meine Zukunft bangen. Denn mein Exmann möchte mir diesen Titel jetzt streitig machen.
Es ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, wenn ein Mann in 27 Jahren Ehe eine Karriere machen kann, während eine Frau 3 Kinder großzieht. Was ist eine Mutter, Haushälterin, Gärtnerin, Köchin, Lehrerin (denn ein Kind hatte eine starke Lernbehinderung)und Ehefrau usw. wert???! Nach 27 Jahren kann ich keine derartige Karriere mehr machen, da kann ich mich noch so stark anstrengen!! Da muss man ja alle Frauen warnen zu heiraten und Kinder zu bekommen.
16. Mai 2008 von Fanny — Ich bin auch Betroffene. Abgesehen von dem, was ihr schon aufgezählt habt, bewegt mich auch die "Betreuungsfrage".
Die Mütter sollen ja spätestens mit Kiga- Eintritt wieder Vollzeit arbeiten. Zum Ausgleich sollte dann aber der Kindsvater gleichermaßen zur Betreuung des Kindes herangezogen bzw. verpflichtet werden finde ich. Im Krankheitsfall z.B kann ich mein Kind in keine Betreuungseinrichtung geben, genauso in den Ferien. Zudem sind die ganztägigen Betreuungsangebote noch nicht mal flächendeckend eingeführt.Es wird alles auf die Mütter abgeschoben (Betreuung/Vollzeitberuf+ Haushaltsführung) und die Väter sind fein raus.
Ich würde ganz genauso heutzutage Frauen vor Ehe und Nachwuchs warnen. Trotzdem ich einen hervorragende Berufsausbildung+ Berufserfahrung vorweisen kann, scheuen sich viele Arbeitgeber generell vor der Einstellung von Müttern.
Die ganze Neuregelung halte ich für wenig durchdacht. Die Kinder sind letzendlich die Leidtragenden. Und es sind nicht nur die Grundschüler. Gerade bei pubertierenden Teenies ist es wichtig, das man da ist.
6. Juni 2008 von Knippie — Wann und wo starten wir den Aufruf? Welcher Organisation kann man sich anschließen? Es kann nicht angehen, dass wir Frauen keine Rechte mehr haben! Und mir hängt das "Die Kinder stehen an erster Stelle" dermaßen zum Halse raus! Es ist einfach nicht wahr! Denn wo stehen sie denn, wenn die Mutter wieder voll arbeiten muss, weil sie aufgrund der Tatsache, dass es keine Teilzeitstellen gibt, keinen anderen Job machen kann um nicht vom Sozialamt leben zu müssen? Währen übrigens die Neue vom Ex SCHÖN zuhause bleibt und er nun für sie und ihre Kinder sorgt? Das MUSS alles ein böser Traum sein und es wird sowas von Zeit dass wir uns wehren gegen die Richter, die wahrscheinlich all das unterstützen, weil sie aus ihrer eigenen Ehe ebenfalls billig herauskommen wollen!? Also, wo ist der Aufruf? Alle Frauenverbände haben gepennt und nun heißt es: Tja, da kann man jetzt nichts mehr machen... Wirklich nicht? Kopf runter und nur noch heulen über die Ungerechtigkeit? Das kann es nicht sein!
29. Juni 2008 von Kathrin — Hallo Sunny und alle anderen betroffenen Frauen,
auch ich musste ansehen, wie unsere fast 24jährige Ehe durch die "Selbstverwirklichung" meines Mannes, sprich: eine neue Partnerin kaputt geht. Wir haben drei Kinder und ich habe wegen der Kindererziehung und damit gleichzeitigem "Rückenfreihalten" für die KArrierelaufbahn meines Mannes meinen Beruf aufgegeben. Mit 46 Jahren ist es ungeheuer schwer einen Arbeitsplatz zu finden. Ich verstehe nicht, wie solch ein neues Unterhalt-Gesetz durchgesetzt werden konnte. Ich möchte mich an einem Aufruf oder ähnliche Aktionen beteiligen. Wie kann ich erfahren, wo etwas läuft?????
5. September 2008 von kaipiranha — Ich muss mal ehrlich sagen, dass mich diese Beiträge echt auf die Palme bringen. Wenn ich das schon höre, "dem Mann zuliebe zu Hause zu geblieben", "alles wird auf die Mütter abgeschoben", platzt mir der Kragen. Mal im Ernst, Deutschland ist in Europa was diese Regelungen angeht, so dermaßen hinterher. In anderen Ländern ist es völlig normal, dass Mütter nach relativ kurzer Zeit wieder arbeiten gehen und das wird vom Staat sogar unterstützt. Allein in der DDR war das absolut gang und gebe. Das Modell, die Frau bekommt ein Kind und bleibt bis zur Volljährigkeit zu Hause und betreut die Kinder stammt doch echt noch aus dem letzten Jahrhundert.

Ich bin selbst Vater von drei Kindern (11,9 + 4). Meine Ehe war kaputt, wir lebten nur noch nebenher. Die Entscheidung sich zu trennen ist mir sicher nicht leicht gefallen im Anbetracht der ganzen Auswirkungen auf Psyche der Kinder und der eigenen, des schrumpfenden Geldbeutels und allem anderen. Aber eines war der ausschlaggebende Punkt: Ich wollte meinen Kindern nicht eine Schein-Beziehung vorleben, die auf keiner wirklichen Liebe und Zuneigung basiert. Denn das würden sie unbewusst übernehmen und für ihr eigenes Leben einen wesentlichen Faktor spielen. Eine Ehe oder eine Partnerschaft ist nichts für die Ewigkeit. Schön, wenn es so ist, aber wie oft kommt das vor? Und vor allem, wie viele davon lieben sich wirklich und haben sich nicht einfach arrangiert oder sich selbst aufgegeben?

Warum wird der Mann immer als Egoist dargestellt, der nur an oder für seine/-r Karriere arbeitet? Wenn die Frau zu Hause bleibt, weil ein Kind auf die Welt kommt, dann muss doch jemand schließlich die Familie finanziell versorgen. Männer können nun mal keine Kinder bekommen, selbst wenn sie es wollten. Also geht der Mann während der Schwangerschaft und danach arbeiten. Er entwickelt sich beruflich weiter, damit die wachsenden Lebenskosten mit zunehmenden Alter der Kinder auch gesichert werden können. Was ist daran verwerflich? Ich stimme völlig zu, dass es Väter gibt, die sich einen Dreck um Kinderziehung oder Unterstützung im Haushalt kümmern. Aber wer mit einem solchen Partner zusammen ist, sollte sich darüber auch nicht beschweren. Es wurde ja wahrscheinlich kaum jemand dazu gezwungen diesen Menschen zu heiraten oder mit ihm Kinder zu bekommen. Das sollte man bzw. frau wissen, bevor man eine solch ernsthafte Beziehung eingeht aus der sogar Kinder entstehen. Die Verteilung der Erziehung, des Einkommens und der Betreuungszeiten sollte in einer angehenden Familie vorher klar sein.

Die alte Unterhaltsregelung unterstützte die Unselbstständigkeit der Mütter und deren Abhängigkeit vom getrennten Vater. Es gab keinen Anlass, arbeiten zu gehen, denn für die Ex-Frau wurde ja in allem finanziell gesorgt. Doch wie viele Mütter verstecken sich nur hinter dem Argument, für die Kinder da sein zu müssen, aus Angst vor dem beruflichen Wieder-Einstieg? Kinder ab 2 Jahren, z.T. sogar früher, können in den meisten Fällen in eine Ganztages-Betreuung. Ältere Kinder gehen in die Schule und auch dort gibt es immer mehr Angebote zur Nachmittags-Betreuung. Ab einem gewissen Alter sind sie weit genug, um für sich selbst zu sein und wollen gar nicht mehr den ganzen Tag zu Hause hocken. Mit welcher Begründung ist hier keine Möglichkeit wenigstens zu einem Halbtags-Job? Welches Bild geben diese Mütter ihren Kindern? Frauen sitzen zu Hause und passen den ganzen Tag auf die Kinder auf? Ist dieses Modell nicht wirklich langsam überholt? Überall wird von der Gleichberechtigung der Frauen gesprochen, Frauen sind benachteiligt blablabla. Aber mal im Ernst, wie viele Frauen wollen an diesem Klischee denn wirklich was verändern, wenn es schon daran scheitert, sich nach der Geburt nicht nur als Mutter, sondern auch als Frau und Arbeitnehmerin zu sehen? Das Privileg, Kinder auf diese Welt zu bringen und sie mit der eigenen Milch anfänglich zu versorgen, sollte nicht als Totschlag-Argument verwendet werden, um Männer bzw. Väter grundsätzlich zu karrieregeilen Egoisten zu verurteilen. Denn es gibt ebenso eine Menge Väter, die nach der Trennung sich an der Kinderbetreuung gleichermaßen beteiligen möchten und sich nicht mit Unterhaltszahlungen freikaufen wollen. Doch diesen Vätern werden rechtlich und gesellschaftlich keine Möglichkeiten dazu gegeben, wenn die Mutter daran kein Interesse hat, sei es aus finanzieller Motivation und/oder einfach nur, um den verletzten Stolz auf Kosten der Kinder auszutragen.

Ich kann nur jede getrennte Mutter dazu auffordern, sich selbst einmal die Frage zu stellen, wieviel Eigennutz in der Betreuungs-Unterhaltsforderung drin steckt und wieviel unbewusster Vorwand in der ganztägigen häuslichen Betreuung der Kinder verborgen ist, sofern sie aus dem Säuglings-Alter heraus sind.
27. Dezember 2008 von Hermann — Das neue Gesetz ist doch reine Augenwischerei -- mehr nicht --

Beweis:

Ich wurde von meiner Frau im Jahr 2003 verlassen. Im Jahr 2007 wurden wir geschieden.

In bin 49 Jahr und war Beamter ich wurde pensioniert. Ich habe eine Pension von ca. 1300 euro . Hiervon muss ich mich selber Kranken versichern. Höhe der Versicherung
mtl. 200 Euro. So blieben mir mtl noch 1100 Euro über. Hiervon zahle ich mtl. jeden Monat pünktlich 245 kindesunterhalt. Diese reicht meiner Es jedoch nicht. Das Kind ist 8 Jahre.
somit blieben mir noch ca. 855 Euro übrig.

Und nun kommt es. Das Gericht hat mir Urteil vom Dezember 2008 entschieden, das ich noch Geld hinzu verdienen muss und zwar 400 Euro. Ich soll einen Nebenjob annehmen so der Richter. Obwohl ich eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt habe das ich dieses nicht kann. Diese sein nicht
ausreichend sagt der Richter. Ich soll meiner Ex-Frau noch mtl 100 Euro Unterhalt geben.

Ich kann das nicht und bin finanziell am Ende.

Wo ist denn nun das tolle neue Scheidungsrecht das alles besser macht.

Wer mir das Alles nicht glaubt, dem will ich gerne das neue Urteil zuschicken.

Als Mann hast du keine Chance egal wie ehrlich und vernüftig du bist.

Hermann
2. Februar 2009 von Silvia — Ja, dieses neue Unterhaltsgesetz ist eine Demütigung für alle Frauen, die ihr Leben und ihre ganze Fürsorge für ihre "Lieben" verwendet hat.Ich war auch 25 Jahre verheiratet und wurde dann auch ausgetauscht wie ein altes Möbelstück gegen ein jüngeres. Mein Ex-Mann hat während der Ehe noch studiert und war durchgängig in seinem Beruf tätig. Ich habe immer nebenher gearbeitet. Immer drei kleine Beschäftigungen mit wenig Verdienst. Meine Sorge galt meinen drei "Lieben".Nun bin ich 47 Jahre alt, habe zwar eine Halbtagsbeschäftigung aber keine Möglichkeit diese aufzustocken. Nun übe ich noch einen € 400,- Job zusätzlich aus, und mein Ex-Mann meint ich müsste mir noch eine Dritte Beschäftigung besorgen. Bevor ich diesen 400,- Euro Job bekommen habe, habe ich mich auf 135 Stellen beworben und erhielt 100 Absagen, der rest hat sich erst garnicht gemeldet. Wenn ich jetzt noch studieren möchte, muss ich das privat bezahlen. Aber mein Ex-mann zahlt keinen Unterhalt und ich klage schon über ein Jahr. Zwischenzeitlich unterstützte mich die ARGE. In unserer Ehe hatten wir zusammen einen Nettoverdienst von über € 4300,-. Nun arbeite ich auch fast den ganzen Tag und verdiene gerade einmal 1250,- netto. Mein Ex-mann lebt mit einer Ing. zusammen und beide haben ein Einkommen von über € 5000,- ohne Kinder. Mir bleiben gerade einmal zum Leben noch € 400,-. Viele Kontakte kann ich nicht mehr aufrechterhalten. ich stürze in die Altersarmut und mein Ex-mann sagt dann auch noch: "du hättest ja auch studieren können, das ist alles mein Verdienst". Da alles aber meinen Kindern zu Gute kam und sie ordentliche und verantwortungsvolle Menschen geworden sind, war es gut so. es gibt dabei nur einen Verlierer: und das bin ich.
Wenn es hier eine Aktion geben sollte, dann kann ich unterstützend mitarbeiten, weil ich berufsmäßig auch für Frauen einsetze, die aus solchen Gründen krank werden.

Gruß Silvia
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