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5 Fragen zum neuen Unterhaltsrecht 2008

am 08.11.2007 von http://log.handakte.de/

Warum muss das Unterhaltsrecht überhaupt geändert werden?
Die gegenwärtige Regelung, nach der eine geschiedene Mutter bis zu acht Jahre Unterhalt für die Betreuung eines Kindes bekomme, eine unverheiratete Mutter dagegen nur maximal drei Jahre, verstößt gegen das Grundgesetz. Sie benachteiligt nach Ansicht des Verfassungsgerichtes die nicht-ehelichen Kinder.
Nach einer Trennung ist das Geld in den meisten Familien knapp. Wer bekommt in diesen Fällen was?
Künftig hat der Unterhalt der Kinder Vorrang vor allen anderen Ansprüchen. Sie können im Gegensatz zu Erwachsenen nicht selbst für ihren Unterhalt sorgen und stehen daher, ob ehelich oder nicht, immer im “ersten Rang”. Ist dann noch Geld übrig, folgen im “zweiten Rang” die Elternteile, die die Kinder erziehen - egal, ob mit Trauschein oder ohne. Ein Beispiel: Hat ein geschiedener Mann mit der neuen Freundin noch ein Kind, wird dessen Mutter ebenso behandelt wie die Ex-Frau, bei der die Kinder aus der gescheiterten Ehe leben. Bisher müssen sich unterhaltsberechtigte Kinder Rang eins mit geschiedenen und aktuellen Ehegatten teilen.
Die Union hat die Neuregelung lange mit dem Argument abgelehnt, sie verstoße gegen den besonderen Wert der Ehe. Warum gibt sie nun nach?
Mit dem Urteil aus Karlsruhe war der Spielraum für die Politik vergleichsweise gering. Danach ist für den Anspruch auf Betreuungunterhalt nicht der Status der Beziehung relevant, sondern alleine das Kind. Für Ehefrauen, die ihr Leben vor allem der Kindererziehung gewidmet und ihren Beruf aufgegeben haben, gibt es jedoch eine sogenannte Billigkeitsklausel. Damit sie wirtschaftlich nicht ins Bodenlose fallen, können die Richter ihnen länger als drei Jahre Unterhalt zusprechen.
Ist …

Sunny am 03.03.2008 um 18:05 Uhr:

Ich muss wirklich sagen, dass mich diese neue Regelung mehr als erschüttert. Wie kann das sein? Ein Paar gründet eine Familie und heiratet. Die Frau bleibt dem Mann zuliebe daheim und versorgt die Kinder. Sie hängt also ihren Job und ihre berufliche Zukunft wegen der Kinder an den Nagel und verfolgt deshalb ihre berufliche Karriere nicht mehr, denn mit Kindern geht das ja leider nicht. Jahre später scheitert die Ehe, weil sich das Paar nicht mehr versteht oder vielleicht sogar, weil der Mann eine neue Frau gefunden hat. Die Ehefrau wird geschieden, hat keine Karriere machen können, ist zu alt für einen "echten" Einstieg ins Berufsleben und bekommt dann noch zur "Belohnung" keinen oder wenig und zeitlich begrenzten Unterhalt. Sie soll also wieder arbeiten gehen, auch in einem ganz anderen und unterbezahlten Job. Vielleicht sogar mit etwas Glück wieder in ihrem alten Job einsteigen aber eben ohne den Aufstieg, den sie ohne die Kindererziehung sicherlich gehabt hätte. Der Mann hat die "neue Frau und Beziehung" und davor jahrelang an seiner Karriere basteln können und muss sich um Unterhaltszahlungen keinen Kopf mehr machen. Wenn das nicht ungerecht ist, dann weiß ich`s auch nicht! Meine Meinung: Bei so einem Gesetzt ist man eigentlich mehr als doof, wenn man Kinder in die Welt sezt, denn man weiß ja nie wie eine Beziehung auf Dauer laufen wird und so befindet man sich am Ende ganz schnell selbst in dieser Falle und ist betroffen!!! Eigentlich müsste man mit allen betroffenen und nichtbetroffenen Frauen einen Aufruf gegen diese Frechheit machen!
Sabine am 05.03.2008 um 12:54 Uhr:

Hallo Sunny,
du sprichst mir aus dem Herzen. Genauso geht es mir momentan. Ich habe meinen damaligen Job aufgegeben, damit mein Mann sich in Ruhe um seine Arbeit kümmern kann. Er hat mich irgendwann betrogen und dann rausgeschmissen mit den Kindern. Jetzt lebt er mit seiner Freundin in dem Haus und meine Kinder und ich wissen nicht, wovon wir satt werden sollen. Es ist zum Heulen. Kinder in Deutschland zu bekommen wird einem immer schwieriger gemacht. Ich bin bei dem Aufruf dabei.
Sunny am 07.03.2008 um 19:10 Uhr:

Hallo Sabine,
ich bin zwar zum Glück keine Betroffene aber ich finde, dass diese Gesetzesänderung die größte Frechheit uns Frauen gegenüber ist. Ja, ich würde wirklich gerne einen Aufruf starten und etwas in Bewegung setzen was unseren lieben Politikern vielleicht mal einen Denkanstoß geben könnte. Weißt du oder irgendjemand wie man betroffene und auch nichtbetroffene Frauen mobilisieren kann?
Wer möchte sich anschließen und hat gute Ideen? Die werden wir brauchen!
Michael am 15.03.2008 um 12:14 Uhr:

Ohh ich sehe es mal stark anders.
Die "alten" Gesetze haben viel viel viel zu viele Frauen zur abzocke verführt.
Ich kenne viele Beziehungen die von der Frau beendet wurden ... wenn sie nun mal die Familie auseinander reisst soll er noch treu doof für zahlen ?
Ist das eure Vorstellung von gerechtigkeit ?
Sunny am 17.03.2008 um 22:12 Uhr:

Nun, sicherlich gab es Fälle, bei denen Männer in Punkto Unterhalt ausgenutzt wurden. Sicherlich gab und gibt es viele Beziehungen die von Frauen beendet wurden und werden. Aber meine persönliche Vorstellung von Gerechtigkeit ist es auf jeden Fall auch nicht, wenn eine Frau ihren Job für ihre Kinder und ihren Mann an den Nagel hängt und dann viele Jahre später mittellos da steht. Was ist mit der Karriere der Frau? Was ist mit den Aufstiegsmöglichkeiten, die sie sicherlich gehabt hätte, wenn sie nicht bei ihren Kindern gewesen wäre?
Wie wäre das für dich als Mann? Du bleibst daheim und kümmerst dich als Hausmann um den Haushalt. Deine Frau verdient das Geld für euch. Jahre später klappt es nicht mehr und du hast alles aufgegeben, würdest praktisch wieder bei null anfangen - eigentlich noch weniger, denn welcher Arbeitgeber nimmt dich noch in deinem Alter? Da gibt es ganz andere, jüngere Bewerber...! Wäre das dann immer noch fair? Du stehst da mit 2-3 Kindern, hast also keine Berufserfahrungen mehr vorzuweisen, keine Chancen, keine Aufstiegsmöglichkeiten..! Gerechtigkeit ist wirklich etwas anderes!

Ganz ehrlich, der Mann ist doch bei dieser Änderung der Gewinner auf der ganzen Linie und wenn ich mir vorstelle was Sabine geschrieben hat...

Sie hat sich um die gemeinsamen Kinder gekümmert und wurde dummerweise gegen eine neue Frau ausgetauscht. Nun hat sie zwar die Kinder aber keine finanziellen Mittel und Möglichkeiten. Ihr Ex dagegen hat sein Leben lang an seiner Karriere gebastelt und ist finanziell abgesichert und behält alles für sich. Ist das fair? Wo wird hier in Deutschland noch "wirklich" honoriert, dass Kinder in die Welt gesetzt werden? Ich denke es dauert eine kurze Weile, bis die Frauen gemerkt haben, was sie erwartet oder erwarten kann und dann wird eine Familienplanung auch nicht mehr so einfach und schnell stattfinden. Man schiebt ja alles vor sich her und interessiert sich nicht dafür, solange es einen nicht selbst betrifft.
Woody am 20.04.2008 um 12:32 Uhr:

Ich bin ein (gehörnter)Mann!

Meine Frau hat mich von jetzt auf gleich vor die Tür gesetzt ohne dies auch nur Irgendwie zu Begründen. Desweiteren hat Sie den gesamten Hausrat behalten. Ich musste mich bei meiner Mutter einquartieren, bis ich wieder auf eigenen beinen stehen kann.

Wir sind mittlerweile knapp 4 Jahre Verheiratet haben eine 3 Jährige Tochter. Mittlerweile ist Sie wieder Schwanger (def. Nicht mein Kind )
Sie sagt jetzt aber ich soll der Vater sein und soll auch dafür Zahlen.

Meine frau hat es nicht für Notwendig erachtet arbeiten zu gehen, obwohl ich Sie dazu ermutigt habe, (habe es nicht von Ihr Verlangt!!), und Sie auch die Möglichkeit hatte.

Jetzt Verlangt Sie von mir Unterhalt dem ich nicht nachkommen kann weil mein einkommen zu gering ist.

Sie hat immer noch die möglichkeit Arbeiten zu gehen, meiner meinung nach soll Sie die erfahrung machen wie es ist für seinen Lebensunterhalt schufften zu müssen.

Daher finde ich das neue recht mehr als Fair!!
Petra am 21.04.2008 um 22:22 Uhr:

Ich bin eine betroffene Frau!!!
Hab mit 18 geheiratet(er war 20 ) und aufgrund der
geplanten Ehe das Gymi in der 11.Klasse verlassen.War zwar sehr dumm von mir, aber wenn man verliebt ist...Bekam dann einen gutbezahlten Job als Sachbearbeiterin und verdiente bis ich 5 Jahre später schwanger wurde ein paar 100 Euro mehr als mein ExMann.Eine mir angebotene Ausbildung für die gehobene Beamtenlaufbahn konnte ich nicht annehmen, denn mein Exmann machte ein von der Bundesbahn finanziertes Studium. Ansonsten hätte das Geld seiner Meinung nach zum gemeinsamen Leben und in Vorraussicht der Familienplanung einfach nicht gereicht.Mit 23 bekam ich das 1.Kind zwei Jahre später das 2. und nach weiteren 4 Jahren das 3.Kind. Da ich keinerlei Fremdhilfe hatte war ich 22 Jahre zu Hause und hab die Karriere meines Exmannes unterstützt in dem ich ihm den Rücken frei hielt. Musste für seine Karriere 3mal umziehen mit jeweiligem Hausverkauf und Hausneubau.
Nach 27 Jahren Ehe nun das aus. Ich habe im Alter von 46 Jahren eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau gemacht um soviel Geld wie möglich selbst zu verdienen. Nur habe ich keinerlei Aufstiegsmöglichkeiten mehr.
Mein Exmann verdient heute 6000 Euro netto, ich 1500 Euro. Mir wurde bei der Scheidung 2002 einen unbegrenten Unterhalt zugesprochen, denn ich habe bei dieser Entwicklung bedeutend mitgewirkt. Daraufhin habe ich mir, nachdem zwei Kinder ihr eigenes Leben aufgebaut haben, 2006 für die Altervorsorge eine Wohnung gekauft.Die jüngste Tochter wohnt noch bei mir. Der Unterhaltstitel war mit Voraussetzung für die Finanzierung.Ich hab mich auf dieses Gesetz und diesen Titel verlassen und hab unter Treu und Glauben gehandelt.
So und nun kommt so ein neues Unterhaltsgesetz und ich muss jetzt um meine Zukunft bangen. Denn mein Exmann möchte mir diesen Titel jetzt streitig machen.
Es ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, wenn ein Mann in 27 Jahren Ehe eine Karriere machen kann, während eine Frau 3 Kinder großzieht. Was ist eine Mutter, Haushälterin, Gärtnerin, Köchin, Lehrerin (denn ein Kind hatte eine starke Lernbehinderung)und Ehefrau usw. wert???! Nach 27 Jahren kann ich keine derartige Karriere mehr machen, da kann ich mich noch so stark anstrengen!! Da muss man ja alle Frauen warnen zu heiraten und Kinder zu bekommen.
Fanny am 16.05.2008 um 15:12 Uhr:

Ich bin auch Betroffene. Abgesehen von dem, was ihr schon aufgezählt habt, bewegt mich auch die "Betreuungsfrage".
Die Mütter sollen ja spätestens mit Kiga- Eintritt wieder Vollzeit arbeiten. Zum Ausgleich sollte dann aber der Kindsvater gleichermaßen zur Betreuung des Kindes herangezogen bzw. verpflichtet werden finde ich. Im Krankheitsfall z.B kann ich mein Kind in keine Betreuungseinrichtung geben, genauso in den Ferien. Zudem sind die ganztägigen Betreuungsangebote noch nicht mal flächendeckend eingeführt.Es wird alles auf die Mütter abgeschoben (Betreuung/Vollzeitberuf+ Haushaltsführung) und die Väter sind fein raus.
Ich würde ganz genauso heutzutage Frauen vor Ehe und Nachwuchs warnen. Trotzdem ich einen hervorragende Berufsausbildung+ Berufserfahrung vorweisen kann, scheuen sich viele Arbeitgeber generell vor der Einstellung von Müttern.
Die ganze Neuregelung halte ich für wenig durchdacht. Die Kinder sind letzendlich die Leidtragenden. Und es sind nicht nur die Grundschüler. Gerade bei pubertierenden Teenies ist es wichtig, das man da ist.
Knippie am 06.06.2008 um 15:43 Uhr:

Wann und wo starten wir den Aufruf? Welcher Organisation kann man sich anschließen? Es kann nicht angehen, dass wir Frauen keine Rechte mehr haben! Und mir hängt das "Die Kinder stehen an erster Stelle" dermaßen zum Halse raus! Es ist einfach nicht wahr! Denn wo stehen sie denn, wenn die Mutter wieder voll arbeiten muss, weil sie aufgrund der Tatsache, dass es keine Teilzeitstellen gibt, keinen anderen Job machen kann um nicht vom Sozialamt leben zu müssen? Währen übrigens die Neue vom Ex SCHÖN zuhause bleibt und er nun für sie und ihre Kinder sorgt? Das MUSS alles ein böser Traum sein und es wird sowas von Zeit dass wir uns wehren gegen die Richter, die wahrscheinlich all das unterstützen, weil sie aus ihrer eigenen Ehe ebenfalls billig herauskommen wollen!? Also, wo ist der Aufruf? Alle Frauenverbände haben gepennt und nun heißt es: Tja, da kann man jetzt nichts mehr machen... Wirklich nicht? Kopf runter und nur noch heulen über die Ungerechtigkeit? Das kann es nicht sein!
Kathrin am 29.06.2008 um 14:09 Uhr:

Hallo Sunny und alle anderen betroffenen Frauen,
auch ich musste ansehen, wie unsere fast 24jährige Ehe durch die "Selbstverwirklichung" meines Mannes, sprich: eine neue Partnerin kaputt geht. Wir haben drei Kinder und ich habe wegen der Kindererziehung und damit gleichzeitigem "Rückenfreihalten" für die KArrierelaufbahn meines Mannes meinen Beruf aufgegeben. Mit 46 Jahren ist es ungeheuer schwer einen Arbeitsplatz zu finden. Ich verstehe nicht, wie solch ein neues Unterhalt-Gesetz durchgesetzt werden konnte. Ich möchte mich an einem Aufruf oder ähnliche Aktionen beteiligen. Wie kann ich erfahren, wo etwas läuft?????

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