37 tote Kinder müssen ein Stopp-Zeichen setzen
am 31.07.2006 von strafblog
Der Angriff der israelischen Luftwaffe auf das Dorf Kana im Süden des Libanons, bei dem am Wochenende mehr als 50 Personen, darunter 37 Kinder, ums Leben kamen, hat, wie heute morgen in den Nachrichten zu erfahren war, zu einer 48-stündigen Unterbrechung der Luftangriffe geführt. Während der Feuerpause wolle Israel zum Hergang des Bombardements ermitteln, heißt es bei SPIEGEL-ONLINE. Außerdem solle ein 24-stündiger Korridor zur Ausreise ziviler Flüchtlinge aus der Region um Kana geschaffen werden.
Der UN-Sicherheitsrat hat wieder einmal keine einheitliche Haltung zu den kriegerischen Ereignissen finden können und eine verwässerte Erklärung des Bedauerns abgegeben. Eie Verurteilung des israelischen Vorgehens unterblieb auf Druck der USA wie auch schon nach der Bombardierung eines UN-Postens vor wenigen Tage, bei der 4 unbewaffnete UN-Beobachter ums Leben kamen.
Seit Aufnahme der Luftangriffe sollen im Libanon inzwischen rund 750 Zivilisten getötet worden sein. Auf israelischer Seite seien 51 Tote zu beklagen, berichtet das Nachrichtenmagazin.
Israel macht allein die Hisbollah für die Opfer verantwortlich und leugnet bislang jede eigene Verantwortung. Verhältnismäßigkeitserwägungen scheinen keine Rolle zu spielen. Diese sattsam bekannte Haltung ist in Anbetracht der Zahl der Opfer kaum hinzunehmen, meine ich. 37 tote Kinder fordern einen sofortigen, dauerhaften Stopp der Angriffe auf zivile Ziele. Die USA als Schutzmacht und Waffenlieferant Israels sind gefordert, klare Grenzen zu setzen, damit kein Flächenbrand entsteht.
Autor: RA Rainer Pohlen
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