315.000 Euro hinterzogen, um Geschäft zu retten
am 25.01.2008 von http://www.woetzel-online.info/Weil er sein Geschäft retten wollte, hat ein alteingesessener Würzburger Einzelhändler dem Finanzamt mehr als 300.000 Euro vorenthalten. Am Donnerstag wurde der 54-Jährige wegen Steuerhinterziehung in insgesamt zwölf Fällen zu einem Jahr und zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Es war der teure Umzug vor ein paar Jahren von einer 1b- in eine 1a-Lage in der Fußgängerzone, der den Geschäftsmann in finanzielle Schwierigkeiten brachte. Obwohl ihm sein Steuerberater wegen der schlechten Ertragslage von der Verlagerung seines Geschäfts abgeraten hatte, nahm der Angeklagte einen Kredit in fünfstelliger Höhe auf, um den Umbau am neuen Standort zu finanzieren. Die Entscheidung rächte sich: Bald konnte er seine Verbindlichkeiten nicht mehr bezahlen und begann damit, Waren zum Einkaufspreis oder gar darunter an Internet-Händler zu verkaufen. Die entsprechenden Einnahmen „habe ich steuerlich nicht gemeldet“, sagte der 54-Jährige vor Gericht. In den Jahren 2001 bis 2005 blieb er dem Fiskus auf diese Weise 315.000 Euro Einkommens- und Umsatzsteuer und der Stadt Würzburg rund 50.000 Euro Gewerbesteuer schuldig. „Ich habe mich aber nicht selbst bereichert, das Geld floss zu hundert Prozent wieder in meine Firmen“, betonte der Angeklagte. Bis heute konnte er den Betrieb mit 17 Angestellten aufrecht erhalten. Ein Steuerfahnder des Finanzamtes bestätigte, dass der 54-Jährige zwar ein Haus besitzt, aber sonst recht bescheiden lebt. Einzige Ausnahme: Ein Leasingvertrag für einen deutschen Luxus-Sportwagen. „Wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt, hätte ich das Auto heute nicht“, so der Angeklagte. Nachdem die Steuerhinterziehung aufgedeckt wurde, hat er sich mit dem Finanzamt und der Stadt verständigt …
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