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30 Monate Haft für Japans Börsenstar Takafumi Horie

am 17.03.2007 von http://www.strafblog.de

Wie der Kölner Stadtanzeiger in seiner Online-Ausgabe berichtet, ist der frühere japanische Börsenliebling und Finanzguru Takafumi Horie gestern von einem Tokioter Gericht wegen angeblicher Börsenmanipulationen zu 30 Monaten Haft verurteilt worden. Der 34-jährige Gründer des Internetunternehmens Livedoor habe sofort Berufung gegen das Urteil eingelegt, heißt es.

Horie wird vorgeworfen, sich an Bilanzmanipulationen seines Unternehmens beteiligt und Mitarbeiter zum Betrug angehalten zu haben. Umsatz und Gewinn der Firma seien künstlich aufgebläht und Akquisitionen vorgetäuscht worden, um den Börsenkurs in die Höhe zu treiben.

Das Urteil wird als außerordentlich hart empfunden, da die Gerichte in Japan bei solchen Delikten normalerweise nur geringe Bewährungsstrafen aussprechen, nachdem die Angeklagten sich in der Öffentlichkeit entschuldigt haben.

Der lesenswerte Beitrag im Kölner Stadtanzeiger legt die Gründe dar, die möglicherweise zu der harten Bestrafung geführt haben. Horie habe sich mit dem Establishment der japanischen Wirtschaft angelegt. Es stelle sich die Frage, ob der T-Shirt-tragende Rebell einer Intrige der etablierten Wirtschaftsbosse zum Opfer gefallen ist, weil er die verkrusteten Formen der japanischen Unternehmenskultur mit unorthodoxen Mitteln knacken wollte. Für diesen Verdacht spreche, dass Horie (wenn auch erfolglos) versucht habe, den größten privaten Fernsehsender Japans, Fuji TV, unter seine Kontrolle zu bringen und damit die öffentliche Präsentation der Nippon AG empfindlich zu stören. Mit frechen Statements wie „Mit alten Knackern kann man keine Geschäftschancen nutzen“ oder „Ich bin der Einzige, der etwas vom Geldverdienen versteht“ habe er Japans Geschäftswelt provoziert. Jetzt sei das enfant terrible abgestraft.

Autor: RA Rainer Pohlen

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