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3 1/2 Jahre Haft für Gammelfleisch-Händler

am 26.03.2007 von http://www.strafblog.de

Eine ziemlich drakonische Freiheitsstrafe von 3 1/2 Jahren wegen Betruges hat das Landgericht Essen heute gegen den 40-jährigen Fleischgroßhändler Uwe D. verhängt, der mit überlagertem, ungenießbarem und falsch etikettiertem Fleisch gehandelt haben soll. Laut focus-online soll der Mann unter anderem mehrere weiterverarbeitende Betriebe in verschiedenen Bundesländern mit abgelaufenem Putenhackfleisch beliefert haben. Auch habe er für den menschlichen Verzehr nicht geeignetes Schweine-Stichfleisch unter falscher Bezeichnung als Nahrungsmittel für Menschen verkauft. 400 Tonnen abgelaufenes Fleisch waren im Oktober 2005 nach Einleitung des Ermittlungsverfahrens in einem Gelsenkirchener Kühlhaus und an anderen Stellen sichergestellt worden. Das Fleisch sei offensichtlich überaltert gewesen und sei nach Angaben eines Gutachters zum Teil übel riechend, ranzig oder fade schmeckend gewesen. So etwas nennt man in der Lebensmittelkontrolle einen Sinnenbefund, wie ich während meiner inzwischen ziemlich lange zurückliegenden Referendarzeit Anfang der 80er Jahre mal gelernt habe.

Neben der dreieinhalbjährigen Freiheitsstrafe verhängte das Gericht auch ein dreijähriges Berufsverbot gegen den Mann. Die Verteidigung hatte auf eine Bewährungsstrafe plädiert und unter anderem geltend gemacht, dass durch das Gammelfleisch niemand gesundheitlichen Schaden genommen habe. Der Angeklagte selbst hatte sich darauf berufen, das abgelaufene Fleisch sei ihm untergeschoben worden. Er habe nicht gewusst, dass dieses nicht mehr zum Verzehr tauglich war. Das hatte die Staatsanwaltschaft im Hnblick auf den oben erwähnten Sinnenbefund als Schutzbehauptung abgetan und genau die dreieinhalb Jahre beantragt, die das Gericht dann auch verhängte. Nur beim Berufsverbot blieb die Strafkammer hinter der Staatsanwaltschaft zurück. Diese hatte eine fünfjährige Sperre gefordert.

Autor: RA Rainer Pohlen

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