21 Millionen Euro Beute bei Diamantencoup in Antwerpen
am 13.03.2007 von http://www.strafblog.de
Beachtlich ist nicht nur der Umfang der Beute, den ein bislang Unbekannter bei einem Diebstahl in einer Antwerpener Filiale der Amro-Bank gemacht hat, sondern auch die durchaus filmreife Methode, derer er sich bediente. Wie bei tagesspiegel.de nachzulesen ist, hatte der Mann unter Vorlage eines gefälschten argentinischen Reisepasses ein Schließfach in der Bank angemietet und sich anscheinend das Vertrauen der Bankangestellten erschlichen. Dann spionierte er die Gepflogenheiten der Bank über längere Zeit aus. Am Montagmorgen der vorigen Woche fanden die Bankmitarbeiter etliche aufgebrochene Schließfächer vor, aus denen insgesamt 24 Kilo Diamanten mit einem Gewicht von 120.000 Karat fehlten. Der Wert wird auf rund 21 Millionen Euro geschätzt. Auf dem Überwachungsvideo wurde festgestellt, dass der vermeintliche Argentinier der letzte Kunde war, der am Freitag den Tresorraum betreten hatte. Am Montagmorgen war er dann als erste Person im Tresorraum zu sehen, was die Schlussfolgerung rechtfertigen dürfte, dass er das Wochenende dort verbracht hat.
Bei den gestohlenen Edelsteinen handelt es sich überwiegend um Pfandstücke, die von Bankkunden als Sicherheit für Darlehen hinterlegt worden waren.
Von einem perfekten Verbrechen ist in der belgischen Presse die Rede. Höchstens 60 Jahre alt soll der Täter sein, ca. 1,90 Meter groß ist er gewachsen und einen amerikanischen Akzent soll er haben. Mehr weiß man nicht von ihm. Der Pass, von dem der Bank eine Kopie vorliegt, war dem ursprünglichen Inhaber namens Carlos Flomenbaum vor Jahren in Israel gestohlen worden. Der Mann, der in Argentinien lebt, soll ziemlich erschrocken reagiert haben, als die Polizei ihn jetzt im Zusammenhang mit dem Diamantendiebstahl aufsuchte und befragte.
Die belgische Polizei wies darauf hin, dass die letzten 4 großen Diamantendiebstähle in Antwerpen letztlich alle aufgeklärt worden seien, darunter auch ein Rekordcoup aus dem Jahr 2003, bei dem Diamanten im Wert von rund 100 Millionen Euro aus dem Diamond Center bei einem Einbruch entwendet worden waren. Der Kopf der Einbrecherbande sitze längst hinter Schloss und Riegel, von der Beute fehle allerdings nach wie vor jede Spur.
Autor: RA Rainer Pohlen
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