Speichelproben: Zur Verhältnismäßigkeit von Speichelproben
strafblog | 23. März 2007 — Soeben habe ich in einem Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Vergewaltigung eine Schutzschrift an den Ermittlungsrichter abdi…
Wie bei SPIEGEL-ONLINE nachzulesen ist, hat ein 15-jähriges Mädchen aus Malchow in Brandenburg gestanden, vor 3 Monaten in der elterlichen Wohnung ein Kind entbunden und dieses dann mit einer Babydecke erstickt zu haben. Die Leiche hatte die Schülerin in eine Plastiktüte gesteckt und dann in einer öffentlichen Grünanlage abgelegt, wo sie 5 Wochen später von Spaziergängern gefunden worden war. Die Polizei hatte auf der Suche nach der Kindesmutter knapp 1.500 Frauen zwischen 14 und 45 Jahren zu einer freiwilligen Speichelprobe zum Zweck der DNA-Analyse aufgefordert. Die 15-Jährige nahm an dem Test teil und wurde dadurch als die Mutter der toten Babys identifiziert. Nachdem sie hiermit konfrontiert worden war, legte sie ein Geständnis ab. Die Schwangerschaft habe sie vor den Eltern und ihrem Umfeld verborgen gehalten und durch geschickte Kleidung monatelang kaschiert. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl wegen des Verdachts des Totschlags beantragt. Anmerkung: Es ist schon erstaunlich, dass Täter und Täterinnen immer wieder an "freiwilligen" Massen-Gentests teilnehmen, obwohl sich doch inzwischen herumgesprochen haben sollte, dass die Tests mit großer Treffsicherheit funktionieren. Letztlich kommt das in Fällen wie dem vorliegenden einer Selbstüberführung gleich. Man kann nur spekulieren, ob die Überführung bewusst provoziert wird, weil der bzw. die Betreffende mit der Schuld nicht leben kann oder ob die naive Hoffnung überwiegt, vielleicht doch nicht identifiziert zu werden. Natürlich kann auch die Angst eine Rolle spielen, sich bei Verweigerung des "freiwilligen" Tests verdächtig zu machen, aber selbst dann ist das Überführungsrisiko deutlich geringer als bei einer Teilnahme am Test. Der von der Staatsanwaltschaft gestellte Haftbefehlsantrag ist zwar zulässig, meines Erachtens aber wenig hilfreich. Das Mädchen war doch offenkundig mit der nicht gewollten Schwangerschaft völlig überfordert und hatte scheinbar nicht das nötige Vertrauen zu seinen Eltern, um mit diesen über die Situation zu sprechen. So ein Mensch braucht unabhängig von der Schwere der Schuld in erster Linie Hilfe und psychologische Betreuung und nicht etwa Knast. Eine Inhaftierung trägt eher zu einer weiteren Traumatisierung bei. Bleibt zu hoffen, dass der Haftrichter oder die Haftrichterin das auch so sieht und dass es jedenfalls unter geeigneten Auflagen zu einer Haftverschonung kommt. Autor: RA Rainer Pohlen Kanzlei POHLEN + MEISTER
strafblog | 23. März 2007 — Soeben habe ich in einem Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Vergewaltigung eine Schutzschrift an den Ermittlungsrichter abdi…
strafblog | 21. März 2007 — Gegen die 26-jährige Frau, deren neugeborenes Kind am Samstag offensichtlich aus dem Fenster eines Hamburger Hochhauses geworfen w…
strafblog | 15. Juli 2006 — Der größte Massen-DNA-Test der deutschen Polizeigeschichte hat laut bild.de in Sachsen begonnen. 3108 Männer zwischen 25 und 45 Ja…
strafblog | 21. März 2006 — Ebenfalls bei SPIEGEL-ONLINE nachzulesen ist ein Bericht über den heute 47-jährigen Gregory Wallis, der 1988 von einem US-Gericht …
strafblog | 22. Juni 2006 — Zu zweieinhalb Jahren Jugendstrafe wegen Körperverletzung mit Todesfolge und versuchten Totschlags durch Unterlassens hat das Land…
strafblog | 30. Mai 2006 — Vor dem Landgericht Frankfurt/Oder sind heute die Plädoyers im Prozess gegen die Mutter der 9 toten Babys von Brieskow-Finkenheerd…
strafblog | 26. Januar 2007 — Gegen eine 21-jährige Gymnasiastin aus Erfurt ist Haftbefehl wegen des Verdacht des Totschlags an den 3 Babies erlassen worden, de…
strafblog | 9. Mai 2006 — Die Mutter eines Mandanten, der gestern gegen eine Kautionsauflage vom weiteren Haftvollzug verschont worden war, stand heute morg…
strafblog | 18. Juni 2006 — Bereits am vergangenen Freitag berichtete faz.de über die spektakuläre Aufklärung eines Mordfalles mittels DNA-Analyse mehr als 24…
strafblog | 8. Juli 2006 — Auch die spanische Presse und die deutschsprachige MALLORCA ZEITUNG berichten über den Fall eines 51-Tankwartes aus Vellmar, der a…
Vor rund zwei Monaten hatten Spaziergänger eine Babyleiche in einer Plastiktüte in Brandenburg entdeckt. Mit einem DNA-Massentest kam die Polizei nun der Mutter auf die Spur. Ein 15-jähriges Mädchen&am