Reisebus aus Polen verunglückt auf A10 nahe Berlin - Zwölf Tote
Reuters | 26. September 2010 — Berlin (Reuters) - Bei einem schweren Busunglück im Süden Berlins sind am Sonntag mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen.…
Berlin (Reuters) - Bei dem Unfall eines polnischen Reisebusses auf der A10 bei Berlin sind mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen.
19 Personen seien schwer verletzt worden, 20 weitere leicht, sagte am Sonntag Peter Salender, Sprecher des Polizei-Präsidiums Frankfurt/Oder. Im Bus waren demnach 49 aus Polen stammende Spanien-Urlauber sowie zwei Fahrer. Polens Ministerpräsident Donald Tusk eilte umgehend nach Deutschland, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen. In einem Berliner Krankenhaus dankte er Helfern und Ärzten. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich tief bestürzt und wollte sich Kreisen zufolge noch am Abend mit Tusk treffen.
Zur Unfallursache konnte die Polizei zunächst keine genauen Angaben machen. Vermutlich habe aber die Fahrerin eines vom Beschleunigungsstreifen kommenden Pkw bei der Auffahrt auf die Autobahn den sich von hinten nähernden Bus übersehen, sagte Salender. Der Busfahrer leitete demnach ein Ausweichmanöver ein und verlor die Kontrolle über das Fahrzeug. Der ins Schleudern geratene Bus rammte einen Brückenpfeiler. Von den drei Insassen des Pkw wurden zwei verletzt, darunter die Fahrerin. Unter den Getöteten oder Schwerverletzten befanden sich dem Sprecher zufolge keine Kinder. Sieben Hubschrauber und mehrere Hundert Rettungskräfte waren im Einsatz. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck sprach von einem der schwersten Unfälle in der Geschichte des Bundeslandes. Die A10 musste für mehrere Stunden gesperrt werden.
MERKEL TRIFFT TUSK
Bundeskanzlerin Merkel und ihr polnischer Kollege Tusk wollten sich noch am Sonntagabend in der polnischen Botschaft in Berlin treffen, wie Reuters aus Regierungskreisen erfuhr. CDU-Chefin Merkel unterbrach dafür ihre Teilnahme an der gemeinsamen Klausursitzung der Präsidien von CDU und CSU. Zuvor sprach Merkel der polnischen Regierung ebenso wie Außenminister Guido Westerwelle und CSU-Chef Horst Seehofer die Anteilnahme aus. Merkel hatte bereits die Sitzung des Koalitionsausschusses am Nachmittag mehrfach verlassen, um sich über den Unfall und die Rettungsmaßnahmen zu informieren. Außerdem telefonierte sie mit Tusk.
Erschienen 27. September 2010 bei http://www.reuters.com.
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