13-Jähriger nach Messerstecherei wegen Mordes angeklagt

Unter Tony Blair hat das englische Parlament die Strafmündigkeit, die bei uns erst mit Vollendung des 14. Lebensjahres, sprich: mit dem 14. Geburtstag, beginnt, auf 10 Jahre herabgesetzt und unter anderem auch die lebenslange Freiheitsstrafe für Jugendliche ermöglicht. Vor diesem Hintergrund bekommt eine Mordanklage, die Scotland Yard laut SPIEGEL-ONLINE heute morgen gegen den 13-Jährigen erhoben hat, der am Wochenende einen 14-jährigen Farbigen in London erstochen hatte, erst entsprechendes Gewicht. Ich hatte über den Fall im STRAFBLOG berichtet.Durchaus erschreckend sind die Einzelheiten, die inzwischen zum Tatablauf ermittelt wurden. Danach soll der ältere Führer der Jugend-Gang, welcher der 13-Jährige angehört, das Tatopfer Paul E. festgehalten und den Jüngeren aufgefordert haben, diesen niederzustechen. “Wie kannst Du mir das antun? Ich kenne Dich doch so lange”, soll Paul E. noch gerufen haben, bevor er zusammenbrach. Ein weiterer Jugendlicher, der mit 5 Messerstichen schwer verletzt wurde, aber überlebt hat, will das gehört haben. 20 Teenager sollen bei der blutigen Tat zugeschaut haben. Zei 14-Jährige, die an der Tat beteiligt gewesen sein sollen, sind ebenfalls in Untersuchungshaft.

Insgesamt 7 Jugendliche, alle dunkelhäutig, sind laut SPIEGEL in den letzten 2 Monaten in London mit Pistolen oder Messern getötet worden. Auch die mutmaßlichen Täter seien dunkelhäutig. Um die zunehmende Gewalt in den Griff zu bekommen, hatte Scotland Yard nach den ersten drei Morden Mitte Februar eine Sonderkommission eingerichtet. Der “Erfolg”, nämlich 4 weitere Morde, stimmt bedenklich. Erst in der Nacht auf heute soll im Londoner Osten ein 19-Jähriger niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt worden sein.

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Themen: London , Tony Blair

Erschienen 10. April 2007 auf http://www.strafblog.de.

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