10 Jahre Jugendstrafe für Mord an Mitschüler
am 18.11.2006 von http://www.strafblog.de
Zu der im Jugendrecht höchstmöglichen Strafe von 10 Jahren hat das Landgericht Ulm am Donnerstag laut faz.net einen zur Tatzeit 17 Jahre alten Internatsschüler verurteilt, der einen ein Jahr jüngeren Mitschüler im Streit um 50 Euro erstochen hat. In der Haft soll der Angeklagte dann auch noch versucht haben, einen Mitgefangenen dazu anzustiften, zusammen mit seinem Bruder drei Zeugen zu töten und deren Leichen unkenntlich zu machen. Deshalb lautet der Schuldspruch auf Mord und versuchte Anstiftung zum Mord in drei Fällen.
Der wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestrafte Schüler war als Gastschüler an der renommierten Urspringschule zugelassen worden, um dort den Abschluss der 10. Klasse zu erreichen. Zuvor war er von anderen Schulen abgewiesen worden. Seine Vorstrafe war der Schulleitung wohl nicht bekannt.
Am frühen Morgen des 17. Mai 2006 gegen 5 Uhr war das Tatopfer vor der Haustür der zum Internat gehörenden Wohnanlage blutend auf dem Boden liegend gefunden worden. Er wies mehrere Messerstiche in den Oberkörper auf, von denen 2 tödlich waren. Ich hatte über den Fall, der in der Region viel Aufsehen erregte, im STRAFBLOG berichtet.
Gegen den Vater des Angeklagten ist im Zusammenhang mit dem Prozess ein Verfahren wegen Verdachts der versuchten Anstiftung zur Falschaussage eingeleitet worden. Der Mann soll versucht haben, mehrere Zeugenaussagen zu manipulieren. Die Zeugen sollten wahrheitswidrig aussagen, sie hätten gehört, dass das Tatopfer seinen Sohn vor der Tat beleidigt hätte.
Autor: RA Rainer Pohlen
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