Tortenwurf auf AfD-Politikerin: Haft statt Geldstrafe

Studentin tritt zweiwöchige Haftstrafe an, weil sie Beatrix von Storch mit einer Torte beworfen hat

Eine 23-jährige Studentin hat am Montag ihre zweiwöchige Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Lübeck angetreten, weil sie im November 2016 die AfD-Politikerin von Storch mit einer Torte beworfen hat.


Worum geht es?

Im November 2016 protestierte die 23-Jährige gegen menschenverachtende Äußerungen von AfD-Politikern. Im Zuge dieses Protestes wollte die Aktivistin ein Zeichen setzen und bewarf Beatrix von Storch in Kiel mit einer Torte. Gegen den hierzu ergangenen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft über 20 Tagessätze zu jeweils 40 Euro hatte sie Einspruch eingelegt. Das Amtsgericht Kiel verurteilte sie sodann zu einer Geldstrafe in Höhe von 150 Euro, da der Tortenwurf eine Beleidigung darstelle.

Klausurvorbereitung im Gefängnis

Doch statt die Strafe zu bezahlen, entschied sie sich für die Möglichkeit der Ersatzfreiheitsstrafe und wanderte mit einem Koffer voller Bücher in die JVA Lübeck. Die Zeit wolle sie zur Vorbereitung auf die in drei Wochen anstehenden Klausuren ihres Informatikstudiums nutzen und mit dem Haftantritt darauf aufmerksam machen, dass sich gesellschaftliche Probleme nicht durch Strafen und Gefängnisse lösen ließen. Vielmehr mache der Staat dadurch nur deutlich, dass er Menschen für kreative Proteste gegen rassistische, sexistische und homophobe Politik einsperre, so die Aktivistin. Am Montag wurde sie von rund 20 Unterstützern begleitet, die mit Transparenten und einer Tortenwurfmaschine vor der JVA ihre Solidarität demonstrierten.

(Un-) Freiwillig im Knast

Die Haftstrafe resultiert aus dem Prinzip der sogenannten Ersatzfreiheitsstrafe ...

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