Mangelware Wohnraum lockt Finanzhaie aus aller Welt

Wucher beim Wohnen und kein Ende? Während Union und SPD bis zu vier Milliarden Euro in die Hand nehmen und mit neuen Gesetzen und bezahlbaren Wohnraum schaffen wollen, gerät Deutschlands Wohnungsmarkt durch ausländische Investoren weiter aus den Fugen.

Allein in 2017 flossen nach Angabe des Verbands deutscher Pfandbriefbanken fast 60 Milliarden Euro aus dem Ausland in Gebäude hierzulande – und das keinesfalls nur in Luxusobjekte wie z. B. den Grand Tower an der Frankfurter Messe, sondern auch und vor allem in Ein- und Zweizimmerwohnungen in deutschen Ballungszentren mit entsprechend hohen Quadratmeterpreisen.

Betongeld als Investitionsmöglichkeit

Denn in den turbulenten Zeiten von Brexit, Trump & Co. ist der deutsche Immobilienmarkt für reiche Investoren aus den USA und (neuerdings besonders) China eine Top-Adresse. Vor allem weil die Bundesrepublik für Rechtssicherheit, politische Stabilität, eine starke Wirtschaft und gute Zahlungsmoral steht. „Für ausländische Käufer gibt es nichts besseres als den deutschen Mieter, der zuverlässig zahlt“, sagt Lukas Siebenkotten, Chef des Deutschen Mieterbundes.

Große Rendite mit kleinen, teuren oder gar keinen Wohnungen

So prägen die Investoren aus Übersee mit ihren hohen Rendite-Ansprüchen in Deutschland zunehmend den Markt für Neubauten. Anstelle des dringend benötigten kostengünstigen Wohnraums auch und gerade für Familien mit mittleren und kleinen Einkommen entstehen vor allem in den Ballungszentren auffällig viele kleine Wohnungen mit hohen Quadratmeterpreisen. Oder – nicht weniger gravierend: Viele Immobilien werden von ihren privaten Eigentümern gar nicht zu Bauzwecken, sondern als Anlageobjekt genutzt.

Um solcherart nicht genutztes Bauland zu „mobilisieren“, planen Union und CDU im Falle einer GroKo die Einführung einer „Strafsteuer“ (Grundsteuer C) ...

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