Überarbeitet endlich die Gebäudebewertung für Erbschaftsteuerzwecke

von Christian Herold

Kürzlich bin ich gefragt worden, ob ich das deutsche Steuerrecht für gerecht halte. Meine klare Antwort darauf: Nein. Meine Kritik richtet sich insbesondere gegen die Besteuerung von Immobilienvermögen bei Erbschaften und Schenkungen. Nicht nur einmal musste ich feststellen, dass Erben bis zu 70 Prozent Steuern auf die erhaltenen Immobilien zahlen müssen. Dieser hohe Satz ergibt sich häufig, wenn zunächst die Erbschaftsteuer mit 30 Prozent „zuschlägt“, im Anschluss daran aus Liquiditätsgründen die Immobilie veräußert werden muss und dann noch eine „Spekulationssteuer“ mit 40 Prozent zu Buche schlägt.

Gerade in meiner Heimat im nördlichen Ruhrgebiet kommt aber noch ein weiterer Faktor hinzu, der in mir sozusagen den Gernot Hassknecht weckt (das ist „nette” Mann aus der ZDF heute-show). Es geht um das Ertragswertverfahren, das bei alten, aber noch gut vermieteten Gebäude zu exorbitant hohen Werten führt. Zwar liegen mir keine statistischen Zahlen vor. Mitarbeiter aus den Bewertungsstellen berichten mir aber, dass bei zahlreichen älteren Mietwohngebäuden in ihrem Finanzamtsbezirk Werte ermittelt werden, die vollkommen unrealistisch sind. Weitestgehend liegt dies darin, dass ein Renovierungsstau, Lärmbelästigungen, Wohnungsleerstände usw. nicht oder nur unzureichend berücksichtigt werden ...

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