Monatliches Freibier nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

von Jannina Schäffer

Der Bierabsatz deutscher Brauereien ist im ersten Halbjahr 2017 um 2,1 Prozent auf 46,8 Millionen Hektoliter zurückgegangen. Im Vorjahr tranken die Deutschen durchschnittlich rund 100 Liter Bier. Wie wichtig den Deutschen ihr Bierkonsum ist, zeigt aber bereits ein Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Hamm aus dem Jahr 1999. Die Parteien stritten damals darüber, ob die beklagte Arbeitgeberin – eine Brauerei – verpflichtet ist, dem in den vorzeitigen Ruhestand getretenen Kläger den brauereitypischen Freitrunk zu gewähren.

Der am 01.05.1938 geborene Kläger war bis zum 01.04.1995 bei der Beklagten im Außendienst beschäftigt. Das Arbeitsverhältnis wurde dann beendet, weil der Kläger in den vorzeitigen Ruhestand treten wollte. In einer Betriebsvereinbarung aus dem Jahr 1993 war geregelt, dass die ausgeschiedenen Arbeitnehmer bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres monatlich den Freitrunk nach dem einschlägigen Manteltarifvertrag beanspruchen können. Danach stehen den ehemaligen Mitarbeitern 20 Liter Bier monatlich zu. Den ehemaligen Arbeitnehmern war es hierfür gestattet, zwischen den hauseigenen Biersorten frei zu wählen. Auch konnte ein Malztrunk als alkoholfreies Getränk bezogen werden.

20 Liter Freibier im Monat!

Die Beklagte geriet im Laufe des Jahres 1996 in erhebliche Liquiditätsschwierigkeiten. Im Zuge dessen verkaufte sie auch sämtliche Gesellschaftsanteile. Die neuen Anteilseigner entschieden noch im gleichen Jahr, die traditionelle Braustätte der Beklagten aufzugeben und das nach wie vor unter dem Namen der Beklagten vertriebene Bier von einer externen Brauerei herstellen zu lassen ...

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