AG Bochum - Sicherheitslücke im Router

von Jan Gerth

Das Amtsgericht Bochum hat mit Urteil vom 26.09.2017, Az. 65 C 281/17, entschieden, dass es zur Erfüllung der sekundären Darlegungslast eines ermittelten Anschlussinhabers nicht ausreicht, dass dieser vorträgt, dass der genutzte Router zum Tatzeitpunkt eine erhebliche Sicherheitslücke aufwies.Vielmehr muss er Anhaltspunkte dafür vortragen, dass die Sicherheitslücke auch tatsächlich durch Cracker ausgenutzt wurde.


Viele Router haben in den letzten Jahren Sicherheitslücken aufgewiesen. Wenn Cracker eine solche Sicherheitslücke ausnutzen, geschieht dies oftmals, ohne dass der Anschlussinhaber dies bemerkt. Insofern ist es für den Anschlussinhaber schwierig, den Einbruch in sein gesichertes WLAN darzulegen.



Mit seinem Urteil hat das Amtsgericht Bochum seine bisherige Rechtsprechung bestätigt, dass es für das Herunterladen und Zugänglichmachen eines Films in einer Tauschbörse nur eine fiktive Lizenzgebühr von 200,00 € für angemessen hält. So hat das Amtsgericht Bochum auch schon in der Vergangenheit (AG Bochum, Urteil vom 03.11.2015, Az. 39 C 285/15) entschieden.



In dem Rechtsstreit X gegen Y hat das Amtsgericht Bochum auf die mündliche Verhandlung vom 26.09.2017 durch den Richter am Amtsgericht ABC für Recht erkannt:


Der Beklagte wird verurteilt, an die Klägerin 465,70 EUR nebst Zinsen in Höhe

von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 29.06.2017 zu zahlen. · ·

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.




Die Kosten des Rechtsstreits tragen die Klägerin zu 60 % und der Beklagte .u

40 %.


Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar. Die Parteien können die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in Höhe von 120 % des zu vollstreckenden Betrages abwenden, wenn nicht die jeweils andere Partei vor der Vollstreckung Sicherheit in gleicher Höhe leistet ...

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