Einmal nicht aufgepasst - zweimal bezahlt!

Sie wollen ein Haus bauen oder ein Gebäude umbauen lassen. Wie schnell sich Schulden durch eine Unachtsamkeit praktisch verdoppeln (!), zeigt anschaulich ein Fall aus der Praxis.

Was war passiert?

Generalunternehmer

Ein Bauherr hatte ein größeres Bauprojekt an eine Baufirma als Generalunternehmerin beauftragt. Wie üblich wurden mehrere hohe Abschlagszahlungen an diese Firma entsprechend dem Baufortschritt und dem vereinbarten Zahlungsplan geleistet.

Abtretung

Während der mehrmonatigen Bauphase erhielt der Bauherr seitens der Generalunternehmerfirma schriftlich Nachricht über eine Forderungsabtretung. Darin hieß es: "alle noch bestehenden Forderungen aus dem Generalunternehmervertrag einschließlich etwaiger Nachträge sind an die Fa. L abgetreten worden". Es folgten der Stempel und die Unterschrift des Generalunternehmers. Bei der Fa. L handelt es sich um eine Lieferantin des Generalunternehmers.

erneute Zahlung

Der Bauherr zahlte wenige Tage nach Erhalt dieses Schreibens einen größeren Betrag an den Generalunternehmer.

Mehrere Wochen später meldete sich die Fa. L als Inhaberin der Forderung und verlangte vom Bauherren, nochmals zu zahlen - völlig zu Recht! Der Bauherr zahlte nach entsprechender juristischer Beratung den Betrag ein zweites Mal.

Rückzahlung vom Generalunternehmer?

Er versuchte daraufhin, sein Geld von dem Generalunternehmer zurückzubekommen. Dabei stellte sich heraus, dass die Generalunternehmerfirma mittlerweile insolvent ist. Sie hatte rund 8 Monate nach der angezeigten Forderungsabtretung Insolvenz angemeldet. Der Bauherr wird sich hinsichtlich seines Rückforderungsanspruchs mit der Insolvenzquote zufrieden geben müssen, die üblicherweise im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegt ...

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