„Wilder Streik“: Muss Tuifly muss einen Ausgleich zahlen?

Das LG Hannover hat über eine auf Ausgleichszahlung gerichtete Klage von Passagieren, deren Rückflug wegen eines Pilotenstreiks gestrichen wurde und die erst mit 30-stündiger Verspätung heimkehrten, entschieden (Urteil vom 24.11.2017 – 8 S 25/17).

Sachverhalt:

Die Kläger hatten mit ihrer Klage Ausgleichszahlungen nach der EG-Fluggastrechteverordnung in Höhe von 800 Euro von der Airline gefordert. Sie wollten am 06.10.2016 von Kreta nach Stuttgart fliegen, ihr Flug wurde jedoch gestrichen, weil sich eine große Zahl von Piloten der Beklagten krank gemeldet hatte.

Diese massenhaften Krankmeldungen standen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Entscheidung der Unternehmensführung der Fluggesellschaft über beabsichtigte Umstrukturierungen. Die Fluggesellschaft beförderte die Kläger erst am Tage darauf und diese hatten somit ihr Ziel mit einer rund 30-stündigen Verspätung erreicht.

Die Luftverkehrsgesellschaft hatte Zahlungen mit dem Argument abgelehnt, es habe sich um einen „wilden Streik“ des Personals gehandelt. Dieser stelle einen außergewöhnlichen Umstand dar. Nach der Fluggastrechteverordnung ist bei außergewöhnlichen Umständen keine Entschädigung zu zahlen. Bereits das AG Hannover hatte die Klage der Passagiere abgewiesen.

Entscheidung:

Das LG Hannover hat die gegen diese Entscheidung gerichtete Berufung zurückgewiesen. Nach Auffassung des Landgerichts kann sich der Begründung des Amtsgerichts angeschlossen werden ...

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