Lärm vom Nachbarn hat Grenzen

Eine Münchener Richterin widerlegt die Behauptung eines lauten Miteigentümers „dass er alles machen könne, was er wolle.“ Denn Lärm einer Familie mit kleinen Kindern müssen betroffene Nachbarn nicht grenzenlos hinnehmen.

Vor dem Amtsgericht München klagte eine Wohnungseigentümergemeinschaft wegen Lärmbelästigung. Das betroffene Hochhaus hat vier bis fünf Wohnungen pro Stockwerk. In einer dieser Wohnungen lebt eine Familie mit zwei Kindern, die vier und sieben Jahre alt sind. Die Hausordnung sieht Ruhezeiten von 12 Uhr bis 14 Uhr und von 20 Uhr bis 7 Uhr vor.

Wenig Rücksichtnahme auf die Nachbarn

Ursache der Klage waren, nach Aussage der Eigentümergemeinschaft, fast tägliche Ruhestörungen zur Mittags- und Nachtzeit. Das reichte von laut unter Benutzung der Freisprecheinrichtung telefonieren, abendlichem Staubsaugen, Türen zuwerfen, lautem Musikhören oder Fernsehen bis hin zu rhythmisch auf den Boden schlagen.
Die Familie wurde von den Miteigentümern immer wieder aufgefordert, das zu unterlassen. Diese aber bestritten die Vorwürfe und sagte, ihre Kinder gingen auch in der Ferienzeit gegen 20 Uhr ins Bett. Das wollte das Gericht genau wissen und vernahm die unter und unmittelbar neben der Wohnung der beklagten Familie lebenden Wohnungseigentümerinnen.

Übereinstimmende Lärmprotokolle bringen den Beweis

Eine Nachbarin hatte ein Lärmprotokoll geführt und konnte nachweisen, dass es täglich zum Teil bis nach Mitternacht laut gewesen ist. Mehrmals pro Woche seien fünf bis acht Kinder in der Dreizimmerwohnung der Familie gewesen. Die Kinder schrien, trampelten oder sprangen Seil ...

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