Kassen-Nachschau? Wird Zeit …

von Matthias Trinks

Der Gesetzgeber hatte sich zuletzt ja einiges, insbesondere die Kassen-Nachschau, einfallen lassen, um den Steuerbetrug in der Gastronomiebranche einzudämmen. Wie effektfrei das alles im Moment noch ist, kann man sich an jedem Eckimbiss anschauen.

Ich war neulich in der Mittagpause etwas beim Asiaten holen. Einmal Kung Pao, einmal Ente – machte 8,50 €. Wie rechnet man das als „guter“ Gastronom jetzt ab? Naja, in meinem Fall jedenfalls so: 6,00 € in die Registrierkasse eintippen, auf 8,50 € Wechselgeld rausgeben, Kasse kurz offenlassen und gleich noch den nächsten Kunden (5 € passend) kassieren. Macht 6,00 € Einnahme und 7,50 € Schwarzgeld. Vielleicht kann man dieser Praxis als Mathelehrer noch etwas abgewinnen, weil es das Kopfrechnen der Imbissmitarbeiter fördert. Aus fiskalischer Sicht ist diese Form der Abrechnung jedenfalls eine Katastrophe.

Aber hey – dem Betreiber kann man ja auch keinen Vorwurf mehr. Denn der braucht die unversteuerten Einnahmen schließlich, um seine Mitarbeiter zu bezahlen. Die bekommen zwar ganz offiziell den Mindestlohn, sind aber trotz acht Stunden täglicher Arbeitszeit nur für drei Stunden angemeldet. Aber das ist wieder ein anderes Thema ...

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