Mann darf nicht Gleichstellungsbeauftragte/r sein

von Jannina Schäffer

Ein Mann als Gleichstellungsbeauftragte/r? Das Landesarbeitsgericht (LAG) Schleswig-Holstein musste sich Ende 2017 genau mit dieser Frage beschäftigen und entschied: Gleichstellungsbeauftragte/r können in Schleswig-Holstein nur Frauen werden. Das LAG verwehrte einem männlichen Bewerber gleichzeitig auch eine Entschädigung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG).

Die Gleichstellung der Geschlechter zu unterstützen, ist dem Gesetzgeber ein zentrales Anliegen und auch in unserem Grundgesetz in § 3 Abs. 2 GG geregelt. Wer im Berufsleben wegen seines Geschlechts (oder anderen Merkmalen) diskriminiert wird, dem steht unter Umständen ein Schadenersatzanspruch aus § 15 AGG zu. Im vorliegenden Fall musste sich das LAG Schleswig-Holstein mit der Klage eines Mannes befassen, der mit einer Bewerbung als Gleichstellungsbeauftragte/r gescheitert war (Urt. v. 02.11.2017, Az. 2 Sa 262 d/17).

Strukturelle Benachteiligung von Frauen

Die Stelle war von einer Kommune ausgeschrieben worden. Der Mann hatte sich daraufhin beworben und war mit der Begründung abgelehnt worden, dass nur Frauen die Funktion einer Gleichstellungsbeauftragten im öffentlichen Dienst ausüben könnten. Dabei verwies man auf eine Auskunft des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung ...

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