VG Ansbach: Null Punkte wegen Formfehler in der juristischen Hausarbeit

Verstoß gegen Vorgaben zum Umfang einer Uni-Hausarbeit kann 0 Punkte bedeuten

Das VG Ansbach hat kürzlich entschieden, dass das Überschreiten des vorgegebenen Umfangs einer Hausarbeit vom Prüfer negativ bewertet werden kann: Es droht sogar eine Bewertung mit 0 Punkten. In dem konkreten Fall wies das Gericht die Klage eines Jura-Studenten ab, der die vorgegebene Seitenzahl nur mit einer Unterschreitung des zu beachtenden Seitenrandes einhalten konnte. Aufgrund dieses Formverstoßes wurde seine Hausarbeit mit “ungenügend” benotet.



Worum geht es?

Der klagende Jura-Student besuchte im Sommersemester 2016 die Lehrveranstaltung „Übung im Bürgerlichen Recht für Fortgeschrittene“ und schrieb als Prüfung eine Hausarbeit. In dem zur Hausarbeit ausgeteilten Merkblatt zu den Formalia wurde unter anderem bestimmt, dass der Umfang der Hausarbeit 20 Seiten nicht überschreiten dürfe. Dabei sollte rechts ein Korrekturrand von 5 cm eingehalten werden, wobei auch darauf hingewiesen wurde, dass etwaige Formmängel zu Punktabzug führen. Der Student ließ auf der rechten Seite allerdings nur einen Korrekturrand von 2,5 cm – bei korrekter Formatierung hätte er 23 Seiten statt der erlaubten 20 Seiten benötigt. Ihm wurden pro überschrittener Seite 2 Punkte abgezogen (insgesamt also 6 Punkte Abzug), sodass die Hausarbeit im Ergebnis mit 0 Punkten bewertet wurde.

Kläger rügt fehlende Rechtsgrundlage und Überschreitung des Beurteilungsspielraums

Nach erfolglosem Widerspruch erhob der Kläger Klage beim Verwaltungsgericht: Um Verstöße gegen Formvorgaben zu sanktionieren, bedürfe es nach Ansicht des Studenten einer Rechtsgrundlage, woran es aber im konkreten Fall fehle ...

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