Kurioser Prozess um Juristin und falschen McDonald’s-Gutschein

von Stephan Weinberger

Eine jahrelange Auseinandersetzung findet ihren Höhepunkt in einem Prozess wegen versuchten schweren Betruges gegen eine Juristin in Wien. Die Beteiligten: Eine bis dahin unbescholtene 41-jährige Juristin und ein genervter McDonald´s Kundendienst.
Der Angeklagten wird vorgeworfen, in einer McDonald’s-Filiale mit einer gefälschten Mail des Kundendiensts zu zwei 25-Euro-Gutscheinen zu kommen. Es könnte aber auch eine Racheaktion sein. Nun muss ein technischer Gutachter ran.

„Ich beschwere mich auch, wenn die Pommes zu salzig oder zu kalt sind, und bestehe auf neuen“, erklärt die 41-Jährige vor Richter Hartwig Handsur. Vor Verhandlungsbeginn bittet ihr Verteidiger Johannes Wolf den Richter, laut zu sprechen, da seine Mandantin schwerhörig sei. Dieses Kriterium spielt in der Auseinandersetzung eine wichtige Rolle, denn seine Mandantin habe bereits 2013 die Gleichbehandlungskommission eingeschaltet, nachdem sie ihrem Eindruck nach in einer McDonald’s-Filiale wegen dieser Einschränkung diskriminiert worden sei.

Was die E-Mail mit den Gutschein betrifft, ob diese nun eine Fälschung sei oder nicht, seine Mandantin sei jedenfalls von ihrer Echtheit überzeugt gewesen. „Es wäre doch erstaunlich, wenn eine Juristin, die wissenschaftliche Fachartikel schreibt, ihre Zukunft wegen McDonald’s-Gutscheinen aufs Spiel setzt.“

Richter Handsur will wissen: „Was ist der Hintergrund für die Troubles?“ und die Frau führt aus: „Im Jahr 2013 war ich mit meinem damaligen Freund in meiner Stammfiliale und bekam versalzene Pommes. Ich wollte neue, es ist zu einem Streit gekommen. Der Geschäftsführer hat mich dabei extremst diskriminiert! Mein Freund hat danach die Beziehung beendet, da er sehr konservativ ist“ ...

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