Daschner-Prozess

A. Sachverhalt

Am Freitag, dem 27.9.2002, entführte der Zeuge G. den 11-jährigen Jakob M. und tötete ihn in seiner Wohnung. Die Tat war schon länger geplant und gehörte zu dem Vorhaben, die Familie M. um ein Lösegeld von einer Million Euro zu erpressen.
In dem Erpresserbrief, den er bereits eine Woche vorher geschrieben hatte, verlangte er die Übergabe des Lösegeldes für die Nacht von Sonntag auf Montag um 01 Uhr an der Haltestelle der Linie 14 „Oberschweinstiege“. Er versicherte, dass Jakob nach Zahlung des Geldes am nächsten Morgen wohlauf nach Hause kommen werde. Dem entgegen hatte G. von Anfang an vor, den Jungen umzubringen. Er war den Mitgliedern der Familie M. bekannt und musste befürchten, dass Jakob ihn im Überlebensfall als Täter benennen würde.
Mit dem toten Kind im Kofferraum seines Autos fuhr G. zum Hause der Familie M. und warf dort den Erpresserbrief in den Bereich der Einfahrt zu dem Wohngrundstück.
Sodann setzte er seine Fahrt nach Birstein fort und versenkte dort die Leiche in einer Plastikhülle unter einem Holzsteg im See.
Gegen 12.40 Uhr fand der Hausmeister der Familie M. das Erpresserschreiben. Die Polizei wurde von dem Entführungsfall informiert. Da es sich bei der Familie M. um vermögende, stadtbekannte Persönlichkeiten handelte, vermutete die Polizei sofort einen sehr ernsten Hintergrund, bei dem das Leben des Kindes auf dem Spiel stand.
Der Angeklagte D. war zu diesem Zeitpunkt stellvertretender Behördenleiter für den urlaubsabwesenden Polizeipräsidenten W.-B. Er ordnete die Alarmierung der Einsatzkräfte und die Einrichtung der für Entführungsfälle vorbereiteten Besonderen Aufbauorganisation (BAO „Louisa“) an. Sie wurde dem Zeugen E. als Polizeiführer unterstellt, dem ein Führungsstab, Spezialeinheiten und Spezialkräfte sowie eine Beratergruppe zugewiesen waren. Um 15.20 Uhr wurde die Staatsanwaltschaft Frankfurt über die Entführung informiert. Sie war sodann durch Staatsanwalt K ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK