Rezension: Furchtlose Juristen

von Dr. Benjamin Krenberger

Rezension: Furchtlose Juristen

Maas (Hrsg.), Furchtlose Juristen. Richter und Staatsanwälte gegen das NS-Unrecht, 1. Auflage, C.H. Beck 2017

Von Dr. Sebastian Felz, Köln

Der StGB-Kommentator und ehemalige BGH-Richter Thomas Fischer hat dem scheidenden Justizminister Heiko Maas ein Zeugnis seiner ministeriellen Arbeit in der 18. Legislaturperiode ausgestellt. Gute Noten bekam der Minister von Fischer für seine vergangenheitspolitischen Projekte. Dazu zähle, so Fischer, „insbesondere auch die engagierte Fortführung des ‚Projekts Rosenburg‘, der ersten umfassenden Aufarbeitung der Geschichte des Reichsjustizministeriums während der NS-Diktatur, samt Folgeprojekten wie der Wanderausstellung und der Herausgabe des Forschungsberichts sowie eines Buches über ‚furchtlose Juristen‘“.

Die Autoren dieses so von Thomas Fischer gelobten Sammelbandes „Furchtlose Juristen“ porträtieren 17 Richter und Staatsanwälte, die in der NS-Zeit in unterschiedlicher Form resistentes oder widerständiges Verhalten gezeigt haben. Eingerahmt werden diese Biogramme durch ein Geleitwort, eine historische Kontextualisierung der „Möglichkeiten und Grenzen des Widerstandes von Richtern und Staatsanwälten“ in der NS-Zeit durch Johannes Tuchel, dem Leiter und Geschäftsführer der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin. Tuchel dekonstruiert vor allem den Mythos der „Juristenverfolgung“ im Dritten Reich. In Anlehnung an neue Forschungen von Hubert Rottleuthner weist Tuchel darauf hin, dass die Besoldung anstieg, während die Arbeitsbelastung abnahm, das Sozialprestige ebenso wie die Karrierechancen für Justizjuristen im „Dritten Reich“ gut waren ...

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