Advent, Advent, die Wohnung brennt…

Der Kamin strahlt seine wohlige Wärme aus, die Kerzen des Adventskranzes erleuchten die Wohnung und der Christbaum strahlt in vollem Glanze. Kerzen und Feuer sind gerade zur Weihnachtszeit in den meisten Häusern anzutreffen.

Schnell kann aus der schönsten Zeit des Jahres aber der blanke Albtraum werden, nämlich dann, wenn es zum Wohnungsbrand durch die Dekoration kommt.

Gut, wenn man dann durch eine Versicherung abgeschlossen hat. Aber wann zahlt die Versicherung bei solchen Fällen eigentlich?

A. Neues Versicherungsvertragsgesetz

Nach der bis 2008 gültigen Version des Versicherungsvertragsgesetzes wurde der Versicherer bei grober Fahrlässigkeit des Versicherungsnehmers vollständig von der Leistungspflicht befreit, § 61 VVG. Durch die Novellierung des VVG wurde dies entscheidend geändert. Gemäß § 81 VVG ist der Versicherer berechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers angemessenen Verhältnis zu kürzen.

Entscheidend ist damit zunächst immer, ob der Versicherungsvertrag vor oder nach dem 01. Januar 2008 abgeschlossen wurde und damit, welche Version des VVG Anwendung findet.

B. Einstufung der Fahrlässigkeit bleibt entscheidend

Entscheidend wird für die Bewertung des Einzelfalls jedoch weiterhin sein, ob es sich um einen Fall der leichten oder groben Fahrlässigkeit handelt; von der Änderung betroffen ist also lediglich das Risiko bei grober Fahrlässigkeit überhaupt keine Leistung von der Versicherung zu erhalten.

C. Entscheidung bedarf der Würdigung des Einzelfalls

Grundsätzlich begründet etwa das Brennen lassen einer Kerze in unbeaufsichtigtem Zustand nicht ohne weiteres die Annahme grober Fahrlässigkeit. Insbesondere dann, wenn der Versicherungsnehmer sich nur durch eine kurzfristige Ablenkung von einem beabsichtigten Auslöschen abbringen lässt, steht dies der Annahme grober Fahrlässigkeit entgegen, vgl. BGH VersR 1986, 254 ...

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