Oh Tannenbaum, Oh Tannenbaum

Baumliebhaber B und seine Freundin F haben einige Nordmanntannen herangezogen, um diese in der Weihnachtszeit zu verkaufen.

Noch vor Weihnachten kommt es zum Streit zwischen den beiden, sodass sich die F entschließt, über Weihnachten zu ihren Eltern zu fahren. Aus Rache sägt F die Schönste der fest verwurzelten Tannen heimlich ab und nimmt diese mit, um sie selbst als Weihnachtsbaum zu verwenden.

Hat F sich strafbar gemacht?

A. Strafbarkeit der F wegen Diebstahls gem. § 242 I StGB

F könnte sich wegen eines Diebstahls gem. § 242 I StGB strafbar gemacht haben, indem sie die Nordmanntanne fällte und mitnahm.

I. Objektiver Tatbestand

Der objektive Tatbestand müsste zunächst erfüllt sein.

1. Fremde bewegliche Sache

Bei der Tanne müsste es sich um ein taugliches Tatobjekt handeln, mithin um eine fremde, bewegliche Sache.

Fraglich ist, ob die F eine bewegliche Sache an sich nimmt, obwohl die Tanne zunächst fest im Erdreich verwurzelt war. Eine Sache ist dann beweglich, wenn sie beweglich gemacht werden kann. [1] Ob die Tanne also zunächst fest mit dem Erdreich verwurzelt war, ist daher nicht entscheidend, denn letztlich konnte sie fortbewegt und damit beweglich gemacht werden.

Weiter müsste die Tanne auch fremd gewesen sein. Fremd ist eine Sache, wenn sie im Eigentum eines anderen steht. Die Tanne stand jedoch im Miteigentum der F, sodass die Fremdheit der Tanne für F fraglich ist.

Während eigene Sachen nicht gestohlen werden können, reicht es für die Annahme einer Sache als „fremd“ aus, dass diese im Miteigentum einer anderen Person stehen.[2]

Vorliegend stand die Tanne auch im Eigentum des B, sodass die Tanne für F eine fremde bewegliche Sache darstellte.

2. Wegnahme

F müsste die Tanne weggenommen haben, also fremden Gewahrsam gebrochen haben und neuen begründet haben ...

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