Raser können Mörder sein

Christian Wiese

Mit bis zu 160 Stundenkilometern waren im Februar 2016 zwei junge Männer (25 und 27 Jahre alt) nachts mit ihren Sportwagen über den Kurfürstendamm in Berlin gebrettert. Sie überfuhren elf rote Ampeln, bevor die illegale Wettfahrt schließlich in einer Katastrophe endete: der ältere der beiden Kontrahenten rammte das Auto eines Unbeteiligten. Der 69 Jahre alte Fahrer starb noch an der Unfallstelle.

Das Landgericht Berlin verurteilte die beiden Raser im Februar dann überraschend wegen Mordes (LG Berlin, Urt. v. 27.02.2017, http://www.burhoff.de/asp_weitere_beschluesse/inhalte/4001.htm). Das Urteil sorgte als „Paukenschlag“ bundesweit für Aufsehen.

Hinterbliebenen waren solche Urteile kaum zu vermitteln

Bis dahin hatten Raser selbst in derart krassen Fällen kaum damit rechnen müssen, ein Gefängnis tatsächlich von innen zu sehen. Verurteilt wurde zumeist wegen fahrlässiger Tötung. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe, mit der Betonung auf „bis zu“. Ein geständiger und reuiger Fahrer ohne einschlägige Vorbelastungen durfte mit einer Strafe im unteren Bereich rechnen, die dann regelmäßig zur Bewährung auszusetzten war ...

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