Zahnarzt filmte heimlich Zahnarzthelferinnen in der Umkleide

von Thorsten Blaufelder

Filmt ein Zahnarzt über mehrere Jahre heimlich seine Zahnarzthelferinnen in der Umkleide, ist er seine Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung los. Denn die vertragszahnärztlichen Pflichten können nicht nur gegenüber Patienten, sondern auch gegenüber den Praxisangestellten verletzt werden, urteilte am Montag, 20.11.2017, das Thüringische Landessozialgericht (LSG) in Erfurt (AZ: L 11 KA 807/16).

Der klagende Zahnarzt hatte über einen Zeitraum von sechs Jahren heimlich seine Praxisangestellten in der Umkleide gefilmt. Als 2012 die Zahnarzthelferinnen die versteckte Kamera im Umkleideraum entdeckten, kam es zum Strafverfahren.

Dieses wurde am 02.05.2014 eingestellt, nachdem die Angestellten ein Schmerzensgeld von ihrem Arbeitgeber erhalten hatten.

Allerdings hatten die heimlich angefertigten Filmaufnahmen auch berufsrechtliche Konsequenzen. Der Berufungsausschuss der kassenzahnärztlichen Vereinigung Thüringen entzog dem Zahnmediziner die Zulassung zur vertragszahnärztlichen Versorgung. Damit konnte er keine Kassenpatienten mehr behandeln.

Diese Entscheidung ist nicht zu beanstanden, urteilte nun das LSG Erfurt. Denn der Zahnarzt habe seine vertragszahnärztlichen Pflichten „gröblich verletzt“ ...

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