Zusatzurlaub für Silberhochzeit trotz Trennung?!

von Thorsten Blaufelder

Schaffen es getrennt lebende Paare doch noch bis zur Silberhochzeit, darf ihnen ein tariflicher Anspruch auf zwei Tage Zusatzurlaub nicht verweigert werden. Ausreichend für den Zusatzurlaub ist allein der formale Bestand der Ehe und nicht, ob die Silberhochzeit tatsächlich „gefeiert“ wird, entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem am Dienstag, 14.11.2017, veröffentlichten Urteil (AZ: 6 Sa 464/16).

Damit bekam eine in einer privaten Klinik angestellte Krankenschwester aus dem Raum Trier recht. Sie ist seit September 2010 dort beschäftigt. Seit dem 14.09.1990 ist sie verheiratet. Die Ehe stand jedoch unter keinen guten Stern mehr. Ihrem Arbeitgeber teilte die Krankenschwester mit, dass sie mittlerweile „getrennt lebend“ sei.

Dennoch beantragte sie für den 14. und 15.09.2015 zwei Tage Sonderurlaub wegen ihrer „Silberhochzeit“. Sie berief sich dabei auf den Firmentarifvertrag.

Arbeitgeber lehnt Zusatzurlaub ab

Doch der Arbeitgeber weigerte sich, diesen zu gewähren. Sinn und Zweck der tariflichen Regelung sei es, dem Mitarbeiter die Möglichkeit zu geben, Familienfeiern, die im Zusammenhang mit dem 25-jährigen Bestehen seiner Ehe durchgeführt würden, „in Ruhe vor- und nachbereiten zu können und hierfür keinen Erholungsurlaub in Anspruch nehmen zu müssen“. Bestehe kein Anlass zum Feiern, weil die Ehegatten bereits die Scheidung vorbereiten, entfalle jeglicher Freistellungsbedarf.

Zwar bestehe nach dem Wortlaut der tariflichen Regelung keine Pflicht zu feiern ...

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