Sturz mit Kaffeetasse ein versicherter Arbeitsunfall?

von Thorsten Blaufelder
Kann der Sturz mit der Kaffeetasse ein versicherter Arbeitsunfall sein?

Stürzt ein Arbeitnehmer bei der Arbeit mit der Kaffeetasse in der Hand, kann ein versicherter Arbeitsunfall vorliegen. Das ist der Fall, wenn die konkrete Arbeitssituation das Abräumen der Kaffeetasse erfordert oder der Vorgesetzte dies angewiesen hat, entschied das Landessozialgericht (LSG) Nordrhein-Westfalen in Essen in einem am Mittwoch, 15.11.2017, veröffentlichten Urteil (AZ: L 10 U 453/17).

Sachverhalt

Im konkreten Fall bekam damit ein in einer Maschinenfabrik beschäftigter Industriemechaniker Recht. Im Zuge des Firmenumzuges musste er am 09.04.2013 besonders früh zur Arbeit. Bereits gegen 6.00 Uhr hatte er an einem Stehtisch seinen morgendlichen Kaffee getrunken.

Als der Vorgesetzte ihn anwies, den Tisch freizuräumen und Unterlagen aus einem Container zu holen, nahm der Beschäftigte seine Kaffeetasse und stürzte auf dem Weg. Die leere Kaffeetasse zersprang. Der Mann erlitt mehrere Verletzungen an den Nerven, der Beugesehne und an mehreren Blutgefäßen.

Den Sturz wollte der Industriemechaniker vom zuständigen gesetzlichen Unfallversicherungsträger als Arbeitsunfall anerkannt haben.

Dieser lehnte jedoch ab. Essen und Trinken und das damit in Zusammenhang stehende Verletzungsrisiko zählten zum persönlichen, nicht versicherten Lebensbereich. Keine Rolle spiele es dabei, dass es üblich ist, bei betrieblichen Besprechungen Kaffee zu trinken. Eine Ausnahme könne allenfalls vorliegen, wenn die arbeitsbedingte Getränkeaufnahme zum „kurzfristigen Erhalt der Arbeitskraft“ notwendig war ...

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