Die Diskussion um die Paradise-Papers nervt !

von Christian Herold

Nun kommen sie wieder aus den Löchern – die Gutmenschen, Moralapostel, Journalisten mit steuerlichem Halbwissen und in Wirtschaftsfragen überforderte Moderatoren. Anlass sind die Enthüllungen durch die so genannten Paradise Papers. Da werden Strategien zur Steuersenkung und -vermeidung – obwohl legal – mit einem süffisanten Unterton oder einer dramatischen Musik unterlegt, damit der Eindruck gewonnen wird, die Steuervermeider tragen die Schuld am Untergang des Abendlandes. Und vor allem: Deutschland sei mit seinem hohen moralischen Anstand und mit seinem gerechten Steuersystem der Leuchtturm, der den verirrten Seelen aus den Niederlanden, Irland, der Isle of Man, den Bermudas oder den Cayman Islands den rechten Weg weisen müsse.Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden: Rein persönlich finde ich die aggressive Steuerpolitik von internationalen Konzernen äußerst kritikwürdig. Nur:

  • Die Steuerpolitik ist – soweit ersichtlich – legal.
  • Moral hat in Steuerfragen noch nie eine allzu große Rolle gespielt und wird es auch wohl niemals.
  • Kunden, denen die Steuerpolitik eines Unternehmens nicht gefällt, müssen ja nicht deren Produkte kaufen.
  • Fernsehanstalten könnten bewusst auf die Werbegelder von Konzernen verzichten, über die sie nun im Zusammenhang mit den Paradise-Papers berichten. Warum tun sie es nicht?
  • Deutschland könnte endlich im internationalen Informationsaustausch eine führende Rolle übernehmen. (Ganz interessant: Öffentlich wird auf die Niederlande geschimpft. Tatsächlich ist es eher die Bundesrepublik Deutschland, die bremst. Die Niederlande beschweren sich massiv über die Blockadehaltung in Deutschland. Das aber nur am Rande.)

Ich möchte im Übrigen einen Satz erwähnen, den ich – wenn ich mich recht erinnere – in der Serie „Game of Thrones“ gehört habe: „Es ist leicht ein guter Mensch zu sein, wenn es nichts kostet ...

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