2.000,00 € Schmerzensgeld für fehlerhaft beschliffene Milchzähne

Henning Doth

Bei der klagenden Patientin sind mehrere bleibende Zähne nicht angelegt. Die stattdessen noch vorhandenen Milchzähne sollten so lange wie möglich erhalten bleiben und später durch Implantate ersetzt werden.Temperaturanfällig und Karies

Im Frühjahr 2013 beschliff eine Zahnärztin die Milchzähne der Klägerin, um die spätere implantologische Versorgung vorzubereiten. Die Milchzähne wurden dabei in ihrer Breite reduziert, was aus Sicht der beklagten Zahnärztin geboten war, um später passgenaue Implantate einsetzen zu können. Dieses „Slicen“ hielt die Patientin für eine fehlerhafte Behandlung, die zudem fehlerhaft durchgeführt worden sei, weil die Milchzähne nach dem Entfernen des Zahnschmelzes sehr temperaturanfällig gewesen seien und sich in kurzer Zeit Karies gebildet habe.

2.000,00 € für groben Behandlungsfehler

Sowohl das erstinstanzliche Landgericht Detmold als auch das OLG Hamm als Berufungsgericht sprachen der Klägerin 2.000,00 € Schmerzensgeld zu, da es als grober zahnärztlicher Behandlungsfehler angesehen werden könne, wenn beim Beschleifen von Milchzähnen zu viel Material abgetragen wird und eine ungleichmäßige Oberfläche entsteht.

Verschlechterte Langzeitprognose

Das Gericht führt aus, dass die Zahnärztin die Schleifmaßnahmen grob fehlerhaft ausgeführt hat. Bei zwei Milchzähnen sei zu viel Material entfernt worden. Es seien Dentinwunden entstanden ...

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