đź”– Texte đźš© Krimi

Ein nicht unerheblicher Teil der Arbeit eines Strafverteidigers sind eigene Ermittlungen. Wer einen Zeugen vor Gericht zitiert, sollte vorher besser wissen, was der aussagen wird. Nicht immer geht es bei der Suche nach Beweismitteln allerdings so drastisch zu wie in folgendem Auszug aus meinem Roman Crucenia Code, wo ein Strafverteidiger in Ich-Form berichtet:

»Der folgende Pfingstsonntag war einer der längsten Tage, an die ich mich erinnern kann. Er wollte und wollte nicht vergehen, zog sich zäh dahin, bis es endlich dunkel wurde.
Ich zog eine schwarze Jeans an, dazu ein schwarzes Hemd. Außerdem wählte ich bequeme, lautlos abrollende Schuhe. Alles, was mich identifizieren konnte, Ausweis, Scheckkarten, Führerschein, schloss ich in meinen Schreibtisch ein, um es nicht im Verlauf der Nacht zufällig zu verlieren. Dann griff ich nach einem Brecheisen sowie einer Taschenlampe, welche ich mir im Laufe des Tages schon zurechtgelegt hatte. Eine Viertelstunde später traf ich meinen Kontaktmann im Schatten der großen Kastanie am Stadthaus.
„Was soll das Brecheisen? Ich dachte, da wird nichts kaputt gemacht“, schnauzte er mich an. Flüstern hielt er offenbar nicht für erforderlich.
„Das nehme ich nur mit für den Fall, dass mich jemand erwischt.“
„Ah. War nicht so vereinbart. Kostet noch nen Fuffi extra.“
„Geht klar ...
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