Aufklärung über das Risiko einer dauerhaften Lähmung nach Hüft-OP

Henning Doth

Ärzte sind verpflichtet, den Patienten vor ärztlichen Eingriffen über die Risiken aufzuklären, § 630e BGB. Wird im Rahmen eines Aufklärungsgespräches der Begriff der „Lähmung“ verwendet, kann ein Patient nicht ohne Weiteres davon ausgehen, dass hiermit nur vorübergehende Lähmungserscheinungen gemeint sind. Von diesem Begriff sind insbesondere auch dauerhafte Lähmungen umfasst. Dies hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 11.10.2016 (Az.: VI ZR 462/15) festgestellt.

Der Patient hatte eine Hüftgelenksprothese erhalten. Seit der Operation litt er an Lähmungserscheinungen.

Er warf dem Arzt eine unzureichende Aufklärung vor. Zwar habe dieser von dem Risiko einer „Lähmung“ gesprochen, der Patient sei jedoch allenfalls von vorübergehenden Lähmungserscheinungen ausgegangen. Wäre er explizit über die Gefahr einer dauerhaften Lähmung aufgeklärt worden, so hätte er der Operation möglicherweise nicht zugestimmt.

Dieser Auffassung wollte der Bundesgerichtshof so nicht beispringen. Grundsätzlich muss ein Patient nur im Großen und Ganzen über Chancen und Risiken einer Behandlung aufgeklärt werden. Nicht erforderlich sei hingegen die exakte medizinische Beschreibung der in Betracht kommenden Risiken ...

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