Wunderwaffe Prädikatsjurist?

(von Ass. Iur. Thoe Eggert)

Wunderwaffe Prädikatsjurist? Warum auch eine 3 eine Nummer 1 sein kann

„Sie sollten Ihre Examen mit überdurchschnittlichem Erfolg abgeschlossen haben… Sie verfügen über zwei mindestens vollbefriedigende Examina … Wenn Sie ihre Examina jeweils mit Prädikat abgeschlossen haben, dann…“ – so lesen sich meist Stellenanzeigen unter der Rubrik „Volljurist/in gesucht“.
Der Prädikatsjurist1 – nicht der Übermensch, sondern der als Maßstab anzulegende Normallfall? Kein Prädikat im Examen? „Naja, wissen Sie, wir …“. Der Jurist als Sklave der Noten2.

PRÄDIKAT ALS CHARAKTEREIGENSCHAFT?

Bereits zu Beginn soll betont werden, dass niemandem, soviel ist sicher, Qualitäten oder positive Charaktereigenschaften abgesprochen werden sollen. Ganz im Gegenteil, wer ein Prädikat erreicht hat, der verdient Respekt und Anerkennung. Und nur Wenige haben das Glück, für diesen Erfolg nicht viel getan haben zu müssen. Der Erfolg in Form des Prädikats ist meist hart erarbeitet. Für diese harte Arbeit und den damit oftmals verbundenen Verzicht sollen die Kandidaten auch die Lorbeeren ernten dürfen. The few – the proud!
Wer also diese, oftmals unüberwindbare Hürde gemeistert hat, dem gilt ein ehrlich gemeintes: Herzlichen Glückwunsch!
Aber natürlich ist dies nicht die Mehrzahl der Absolventen. Nach Angaben des LJPA NRW3 schaffen lediglich maximal 19% ein mindestens vollbefriedigendes Ergebnis im 2. Staatsexamen. Die Mehrzahl der Kandidaten schafft ein befriedigendes Ergebnis (27,5 %) oder ein ausreichendes Ergebnis (30,2 %) und bei einer Durchfallquote von 23 % ist selbst das Bestehen an sich bereits eine Leistung. Im ersten Staatsexamen sieht dies nicht anders aus. Auch hier machen die Prädikatsjuristen lediglich ca. 16 % aus ...

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