BGH zur versuchten räuberischen Erpressung mit Todesfolge (§ 251 StGB)

A. Sachverhalt (leicht abgewandelt)

A betritt den Verkaufsraum einer Salatbar in der K. Innenstadt. Er beabsichtigt, in den seines Erachtens leeren Räumlichkeiten nach stehlenswerten Gegenständen zu suchen. Tatsächlich befindet sich im hinteren Teil des Ladenlokals die Inhaberin G, die dort die Warenbestellung für den nächsten Tag notiert.

G bemerkt A und spricht ihn an. A fasst nunmehr den Entschluss, G zur Herausgabe von Geld zu zwingen, um es für sich zu behalten. Er greift G an den Hals und fordert sie auf, ihm Geld zu geben, weil er es selbst nicht hinreichend schnell finden könnte. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, zieht er ein von ihm mitgeführtes Messer mit feststehender Klinge hervor. G beginnt daraufhin, aus Angst laut um Hilfe zu schreien, um Passanten auf sie aufmerksam zu machen.

A fürchtet nunmehr, dass durch die Schreie andere Personen auf das Geschehen aufmerksam werden und ihn daran hindern könnten, vom Tatort zu fliehen. In dieser Situation entschließt er sich spontan, das Messer gegen G einzusetzen, um sie zum Schweigen zu bringen. Er sticht wuchtig auf G ein und bringt ihr mehrere tödliche Stichverletzungen bei.

G geht zu Boden, woraufhin A die schwer Verletzte in den Kühlraum des Ladenlokals verbringt und die Tür von außen schließt. Er will hierdurch für einen möglichst langen Zeitraum verhindern, dass G von Passanten und Anwohnern gesehen und/oder gehört wird, um sich unerkannt und unbehelligt vom Tatort zu entfernen.

Als er sich anschließend Richtung Ausgang begibt, fällt sein Blick auf zwei Taschen im Verkaufsbereich, die G dort zuvor abgestellt hatte. In der Absicht, die Taschen der G dauerhaft zu entziehen und deren Inhalt seinem Vermögen einzuverleiben, nimmt er diese an sich. Ohne in dem Ladenlokal weiter nach Bargeld zu suchen, verlässt er anschließend die Salatbar. G verstirbt kurze Zeit später am Tatort.

Strafbarkeit des A?

B. Die Entscheidung des BGH (Beschl. v. 20.6 ...

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