Air Berlin - Transfergesellschaft als Lösung?

von Martin Bechert

Mit der Pleite von Air Berlin droht tausenden Arbeitnehmern Ende dieses Monats die Kündigung. Die Kündigungfrist ist in der Insolvenz abgekürzt. Danach würde den entlassenen Arbeitnehmern spätestens Ende Januar 2018 die Arbeitslosigkeit drohen. Ob es so kommt, steht in den Sternen. Uns - der Öffentlichkeit und den Beschäftigten der Air Berlin - wird bei dieser Insolvenz von Anfang an ein Schmierentheater allererster Güte präsentiert; jedenfalls soweit es den Verkauf des Tafelsilbers von Air Berlin angeht. Die Beschäftigten hat man dabei von Anfang an im Regen stehen lassen.

Da wird ad hoc eine 150 Millionen EUR Bürgschaft des Bundes aus dem Hut gezaubert. Damit dann die Entscheidung über die Zukunft der Air Berlin bis nach den Wahlen verschoben wird. Bei den Verhandlungen wurde selbstverständlich auch die Zukunft der Beschäftigten besprochen. Lufthansa war aber allem Anschein nach nicht bereit, auch nur einen einzigen Cent für die Arbeitnehmer zu berappen. Die dreiste Aussage der Lufthansatochter Germanwings, man rette ja schließlich schon 2000 Arbeitsplätze, ist in ihrer Unverfrorenheit nicht zu überbieten, bedenkt man, dass der Lufthansakonzern keinen einzigen Arbeitsplatz der Air Berlin erhalten hat. Diese schafft allenfalls neue Arbeitsplätze, auf die sich jeder - auch die Mitarbeiter der Air Berlin - nun bewerben dürfen. Die Glücklichen, die dann genommen werden, dürfen in den "alten" Flugzeugen die "alten" Routen fliegen - freilich zu schlechteren Konditionen. Es bleibt also alles gleich - außer ihrem Gehalt!

Und die Transfergesellschaft?

Seit Wochen wird hinter verschlossenen Türen die Transfergesellschaft schon vorbereitet. Die ansonsten gekündigten Arbeitnehmer können einen Beschäftigungsvertrag mit der Transfergesellschaft schließen, um von dort aus in Arbeit vermittelt zu werden. Gelingt eine Vermittlung nicht, so setzt die Arbeitslosigkeit erst später ein ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK