... gar nichts Böses ...

von Joachim Breu
Aus einem „umfassenden Geständnis“: „Wir wollten ihr nichts Böses antun, nur mit ihr schlafen. Man sah doch, dass sie ein leichtes Mädchen war.“ Eine Stunde lang redeten sie zu dritt auf sie ein. Als sie noch immer nicht wollte, hielt einer der Jungs sie an den Armen, ein anderer an den Beinen fest, der Dritte – also der sozusagen „Geständige“ – penetrierte sie bis zum Samenerguss. Das Landgericht Hamburg verurteilte jetzt alle drei nach Jugendrecht zu Freiheitsstrafen. Selten wird so greifbar wie hier, dass sich allein mit Strafrecht keine Gesellschaft verbessern, Täter nicht von einer Tat abhalten lassen. Wenn das gelingen soll, braucht es Erziehung bei jüngeren, (Fort-) Bildung bei allen. Und eine allgemeine, über alle Gesellschaftschichten hindurch geführte Debatte, nach der einem jungen Anwalt solche Sätze künftig im Hals stecken bleiben. #MeToo scheint das dafür nötige Potential zu haben. Die alte #PorNo–Kampagne aus den späten 1980ern, die ihr vorausging, verfolgte einen anderen Ansatz und hatte nicht diese Reichweite. Das Menschen- und Frauenbild, das Aussagen wie die oben zitierte möglich macht, hatte ich seit Russ Meyer für überwunden gehalten. Offenbar zu Unrecht. Es ist nachgewachsen.

Die Tat aus dem Dezember 2016 wurde aufgeklärt nur, weil der älteste der drei Jungs begriffen hatte, wenn auch zu spät, dass es doch sehr böse ist, Sex zu machen gegen den erklärten Willen des anderen ...

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