Schaubild zur Erbfolge in Leichter Sprache

von Nicola Pridik

Wie erklärt man Menschen mit Leseeinschränkungen auf einer DIN-A4-Seite, wer sie beerbt, wenn sie sterben? Das wollte ich wissen und habe mich an einem Schaubild zur Erbfolge in Leichter Sprache versucht. Das Ergebnis möchte ich Ihnen in diesem Beitrag vorstellen und dabei auch auf die Probleme eingehen, die mich bei der Erstellung beschäftigt haben. Wichtig war mir vor allem die Botschaft an die Adressat(inn)en, dass sie frühzeitig ein Testament oder einen Erbvertrag machen sollten, wenn sie die Erbfolge selbst bestimmen möchten. Schließlich wissen wir alle nicht, wann wir sterben. Ohne letztwillige Verfügung tritt im Todesfall die gesetzliche Erbfolge ein, die zwar den eigenen Wünschen entsprechen kann, aber nicht muss.

Für alle nicht juristischen Leser(innen) zunächst ergänzend zur zentralen Botschaft ein paar Sätze zur Erbfolge, damit Sie um den rechtlichen Inhalt wissen, den es ins Schaubild zu transportieren galt.

Der Inhalt des Schaubildes

Was mit dem Vermögen eines Menschen im Todesfall geschieht, ist Gegenstand des Erbrechts, das im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt ist. Eine zentrale Frage ist dabei die nach der Erbfolge: Wer genau beerbt den Verstorbenen, erhält also dessen Vermögen? Zu unterscheiden sind die gewillkürte und die gesetzliche Erbfolge. Gewillkürt heißt: Der Erblasser, also derjenige, um dessen Vermögen es geht, bestimmt selbst zu Lebzeiten, wer sein Vermögen bekommen sollen, indem er eine Verfügung von Todes wegen errichtet. Gemeint ist damit, dass er ein Testament macht oder einen Erbvertrag schließt. Tut er das nicht oder sind Testament oder Erbvertrag unwirksam, ergibt sich die Erbfolge unmittelbar aus dem Gesetz. Das nennt man dann gesetzliche Erbfolge. Die gewillkürte Erbfolge geht der gesetzlichen immer vor.

Der Standardfall einer Verfügung von Todes wegen ist das Testament. Das notarielle Testament wird beim Notar gemacht, das privatschriftliche ohne Notar ...

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