Abzinsung von Pensionsrückstellungen – Ist jetzt auch die Steuerbilanz dran?

von Robin Mujkanovic

Im letzten Jahr hatte ich mich in meinen Blogs intensiv mit der Frage der Abzinsung von Pensionsrückstellungen in Zeiten der Niedrigzinsen befasst. Nach intensiver Adressierung des Problems durch die Praxis hatte der Gesetzgeber ein Einsehen und hat die Bestimmung des Diskontierungszinses angepasst, um die Belastung im handelsrechtlichen Jahresabschluss abzumildern. Das Problem existiert jedoch nicht nur in der Handelsbilanz, sondern mit vielleicht sogar größerem Gewicht auch in der Steuerbilanz. Der Vorlagebeschluss eines Finanzgerichts könnte hier Hoffnung für eine Lösung begründen.

Wie in früheren Blogs bereits dargestellt, ist der Rückstellungsbetrag einer zum Barwert der erwarteten Zahlungen bewerteten Rückstellung umso höher, je niedriger der Diskontierungszins ist. Aus der anhaltenden Niedrigzinsphase ergibt sich das Problem von steigenden Rückstellungen, soweit der Diskontierungszins aus Marktzinsen abgeleitet wird. Das ist bei IFRS-Abschlüssen so, weil der aktuelle Marktzins verwendet wird. Im handelsrechtliche Jahresabschluss tritt der Effekt etwas zeitverzögert auf, weil mit einem mehrjährigen Durchschnittszins abgezinst wird.

Einzig in der Steuerbilanz können sich Steuerpflichtiger und Finanzbehörde auf den ersten Blick entspannt zurücklehnen. Der Gesetzgeber hat den Zins zuletzt 1981 auf 6 % festgelegt (§ 6a EStG). Die massiven Marktzinsänderungen der letzten Jahre haben ihn nicht bewegen können, hier eine Anpassung nach unten vorzunehmen. In der Konsequenz sind Pensionsrückstellungen wegen des hohen Diskontierungszinses in der Steuerbilanz erheblich niedriger bewertet als es nach dem aktuellen Marktzinsniveau geboten wäre.

Jetzt könnte man sagen: Na und! Sind doch nur Bilanzgrößen. Weil jedoch die Bildung oder Erhöhung einer Rückstellung den Gewinn der Periode mindert, folgen aus dem hohen Diskontierungszins geringe Aufwendungen bzw ...

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