BFH: Haftung der Organgesellschaft bei mehrstufiger Organschaft

von Andreas Jahn

BFH: Haftung der Organgesellschaft bei mehrstufiger Organschaft Die Organgesellschaft haftet nur für solche Steueransprüche, die gegen den unmittelbaren Organträger gerichtet sind, nicht aber für Steuern des gesamten Organkreises

Bislang war es im Rahmen einer sog. mehrstufigen Organschaft ungeklärt, ob eine untere Organgesellschaft (Enkelgesellschaft oder sogar Urenkelgesellschaft) bei einer Insolvenz der Muttergesellschaft

für Steuern des gesamten Organkreises haftet (so die Finanzverwaltung und das erstinstanzliche Urteil des FG Düsseldorf (Urteil vom 19.02.2015 – 16 K 932/12 H(K)) oder- mit dem Wortlaut der Haftungsnorm des § 73 AO - nur Steuern erfasst werden, die der unmittelbare Organträger schuldet.

Der BFH hat sich nun erfreulicher Weise der zweiten Ansicht angeschlossen (BFH-Urteil vom 31.5.2017, I R 54/15, - veröffentlicht am 11.10.2017.

Nach § 73 Satz 1 AO haftet eine Organgesellschaft für solche Steuern des Organträgers, für welche die Organschaft „zwischen ihnen“ steuerlich von Bedeutung ist.

Zweck der Haftungsnorm:

Die Haftung der im Organkreis untergeordneten Organgesellschaft für Steuerschulden des die Organgesellschaft beherrschenden Organträgers soll die steuerlichen Risiken ausgleichen, die mit der Verlagerung der steuerlichen Rechtszuständigkeit auf den Organträger verbunden sind.Durch den haftungsrechtlichen Zugriff auf das Vermögen der Organgesellschaft sollen bei Zahlungsunfähigkeit des Organträgers Steuerausfälle vermieden werden, die infolge von Vermögensverlagerungen innerhalb des Organkreises entstehen könnten ...Zum vollständigen Artikel


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