Von Scharlatanen und Heilsbringern – Müssen Heilpraktiker verboten werden?

von Dr. Florian Wölk

Von Scharlatanen und Heilsbringern – Müssen Heilpraktiker verboten werden? von Dr. Florian Wölk am 10. Oktober 2017, Rubrik: Allgemein, Berufsrecht, Heilpraktiker

Derzeit erregt eine Erklärung zum Heilpraktikerwesen die Gemüter in Deutschland. Das sog. „Münsteraner Memorandum Heilpraktiker – Ein Statement der interdisziplinären Expertengruppe „Münsteraner Kreis“ zu einer Neuregelung des Heilpraktikerwesens“ vom 21.08.2017 geht mit dem aktuellen Heilpraktikerwesen hart ins Gericht.

Die Autoren der 12-seitigen Erklärung zeigen die aktuellen Missstände in der Ausbildung und Tätigkeit von Heilpraktikern und den daraus resultierenden Gefahren für die Patienten auf und stellen die defizitäre gesetzliche Regelung der Berufsausübung von Heilpraktikern dar. Allein die komprimierte Darstellung der aktuellen Defizite in der Heilpraktikerausbildung ist ein Verdienst der Erklärung, denn ist es tatsächlich schwer nachzuvollziehen, warum die politische Diskussion um mehr Sicherheit und Qualität im Gesundheitswesen zu immer strengeren Anforderungen an die Ausbildung von Gesundheitsberufen führt, diese Diskussion die Heilpraktikerausbildung aber bisher nur wenig tangiert. Dies ist umso unverständlicher, wenn berücksichtigt wird, dass die Heilpraktikererlaubnis eine umfassende Befugnis zur Heilbehandlung ermöglicht, die ansonsten nur noch Ärzte nach einem langjährigen Studium erhalten.

Die schwer nachvollziehbare Privilegierung von Heilpraktikern zu anderen Gesundheitsberufen macht die Notwendigkeit einer staatlich geregelten Ausbildung mit verbindlichen theoretischen Inhalten und praktischen Ausbildungsinhalten für Heilpraktiker überdeutlich.

Über diese überzeugenden Forderungen der Münsteraner Erklärung zum Heilpraktikerwesen würde sich wohl auch niemand aufregen ...

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