Kritik an Windenergie-Ausschreibung wächst weiter


Die Ergebnisse der zweiten Ausschreibung für Windenergie an Land sorgen weiterhin für intensive Diskussionen in der Windbranche. Hersteller, Projektierer und Finanzexperten sehen systematische Fehler und sorgen sich um die allgemeine Marktentwicklung in der Windenergiebranche. Die Bundesnetzagentur hatte im aktuellen Windenergie-Ausschreibungsverfahren 67 Geboten mit einem Umfang von 1.013 Megawatt (MW) einen Zuschlag erteilt (siehe Vergabeblog.de vom 18/08/2017, Nr. 32514). Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 4,28 Eurocent je Kilowattstunde (kWh). Die Kritik am Verfahren nimmt indessen immer weiter zu.

Preisverfall droht

Das bei den Ausschreibungsverfahren angewandte „Niedrigstpreisprinzip“ fürhre zu einem allgemeinen Preisverfall. Seit der Umstellung zur wettbewerblichen Preisfestlegung durch die Beteiligung der Windparkplaner an öffentlichen Ausschreibungen sein ein drastischer Preisabfall von 6 auf knapp 4 Cent/kWh zu verbuchen, was darauf zurückgeführt wird, dass die Bundesnetzagentur konsequent diejenigen Windenergieanbieter bezuschlagt hat, die mit dem niedrigsten Preis ins Rennen gingen.

Auch Gewinner kritisiert Verfahren

Bei der zweiten Wind-Ausschreibung 2017 entfielen rund 90 Prozent der Zuschläge (60 absolut) auf Bürgerenergiegesellschaften. 37 dieser Bürgerenergieprojekte mit einem Volumen von 660 MW sind unter Beteiligung des Projektierers UKA aus Meißen eingereicht worden. Zusätzlich gingen fünf weitere Zuschläge mit 30 MW ohne Bürgerenergieprivileg an weitere UKA-Gesellschaften. Doch auch Gewinner UKA ist mit dem Verfahren unzufrieden. Nicht-Bürgerenergiegesellschaften hätten aktuell eine äußerst geringe Chance auf einen Zuschlag. Dadurch könnten der Erhalt der Akteursvielfalt sowie ein regional gleichmäßiger Ausbau gefährdet werden. Der Projektierer aus Meißen plädiert für eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImschG) zur generellen Teilnahmevoraussetzung am Ausschreibungsverfahren ...

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