Haftung des Tanzpartners bei Tanzunfall?

Das OLG Frankfurt hat entschieden, ob der Tanzpartner eines freiwilligen Paartanzes für die Folgen eines Tanzunfalles haftet (Urteil vom 02.08.2017 – 13 U 222/16).

Sachverhalt:

Die Klägerin und der Beklagte sind miteinander bekannt und befanden sich gemeinsam auf einer Geburtstagsfeier. Die Frau tanzte kurz nach Mitternacht allein auf der Tanzfläche, als der Beklagte sie an ihren Händen ergriff und zum gemeinsamen Paartanz aufforderte.

Daraufhin äußerte die Klägerin, dass sie nicht tanzen könne und „das Ganze zu schnell für sie“ sei. Der Beklagte hielt sie weiter an ihren Händen fest; er begann sie zu führen und zu drehen. Als der Beklagte die Klägerin bei einer schwungvollen Drehbewegung losließ, wohl um selbst eine Drehung auszuführen, verlor die Klägerin das Gleichgewicht und stürzte auf den Boden.

Hierbei verletzte sie sich erheblich. Die Klägerin begehrt nunmehr vom Beklagten Schadensersatz für die Folgen des Tanzunfalls. Das Landgericht hatte die Klage abgewiesen, da der Beklagte unter keinem Gesichtspunkt für die Folgen des gemeinsamen Tanzes einzustehen habe.

Entscheidung:

Das OLG Frankfurt teilt die Einschätzung des Landgerichts. Die Klägerin hat auf diesen Hinweis hin ihre Berufung zurückgenommen, so dass das Urteil des LG Darmstadt vom 28.10.2016 rechtskräftig ist.

Nach Auffassung des Oberlandesgerichts besteht die Gefahr eines Sturzes beim Tanz grundsätzlich. Sie war für alle Beteiligten, insbesondere für die Klägerin aufgrund ihrer fehlenden Paartanzkenntnisse, gleichermaßen erkennbar ...

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