Air Berlin beantragt Insolvenz: Was heißt das, und wie geht es weiter?

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Seit Mitte August ist Air Berlin insolvent. Sowohl die Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG als auch ihre Komplementärin, die Air Berlin PLC, haben am 15.8. beim Amtsgericht Charlottenburg beantragt, über ihr jeweiliges Vermögen ein Insolvenzverfahren in der Verfahrensart der sog. Eigenverwaltung (§§ 270 ff. InsO) zu eröffnen. Zum vorläufigen Sachwalter für beide Gesellschaften hat das Gericht Rechtsanwalt Prof. Dr. Lucas F. Flöther bestimmt. Der Düsseldorfer Anwalt Dr. Frank Kebekus von Kebekus et Zimmermann soll die seit Jahren defizitäre Fluggesellschaft als Generalbevollmächtigter sanieren.

Der Insolvenzantrag wirkt sich rechtlich nicht unmittelbar auf etwaige Geschäftsbeziehungen aus: Die Gesellschaften sind nach wie vor über ihr eigenes Vermögen verwaltungs- und verfügungsbefugt. Das heißt, es gelten keine insolvenzrechtlichen Besonderheiten. Wirtschaftlich sieht die Sache natürlich anders aus. Denn für Unternehmen, die sich noch in einer laufenden Geschäftsbeziehung mit den insolventen Gesellschaften befinden, bestehen erhebliche Risiken.

Stichwort: Forderungsausfall

Wer Forderungen gegen die beiden Gesellschaften besitzt, etwa nach Entgelten für Warenlieferungen, erbrachte Dienst- und Werkleistungen etc., die vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens begründet werden und bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens noch nicht beglichen sind, dem droht der Ausfall. Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens könnten diese Forderungen nur noch zur Insolvenztabelle angemeldet werden. Sie gerichtlich geltend zu machen, wäre ausgeschlossen. Die zur Tabelle angemeldeten Beträge würden dann lediglich mit einem bestimmten Prozentsatz (Insolvenzquote) abgegolten – wenn überhaupt.

Stichwort: Insolvenzanfechtungsrisiko

Rechtshandlungen der Gesellschaften könnten vom späteren Sachwalter oder Insolvenzverwalter nach Maßgabe der §§ 129 ff. InsO angefochten werden ...

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