Schadensersatz für Hinterbliebene

von Tobias Goldkamp

Ehepartner, Lebenspartner, Eltern und Kinder eines Getöteten können für ihr seelisches Leiden eine Entschädigung verlangen – durchschnittlich 10.000,00 Euro. Dies folgt aus dem seit dem 22.07.2017 in Kraft getretenen § 844 Abs. 3 BGB.

Bei welchen Todesfällen besteht der Anspruch?

Der Schadensersatzanspruch besteht in allen Fällen der außervertraglichen Schadenshaftung, z.B.

  • bei fahrlässiger oder vorsätzlicher Tötung (§ 823 Abs. 2 BGB i.V.m. §§ 211 ff. StGB),
  • bei Unfällen mit Tieren (§ 833 Satz 1 BGB),
  • bei Verkehrsunfällen (§ 10 Abs. 3 Straßenverkehrsgesetz),
  • bei Bahnunfällen (§ 5 Abs. 3 Haftpflichtgesetz),
  • bei Flugzeugunfällen (§ 35 Abs. 3 Luftverkehrsgesetz sowie Warschauer und Montrealer Abkommen),
  • bei Produktfehlern (§ 7 Abs. 3 Produkthaftungsgesetz),
  • bei Arzneimittelfehlern (§ 86 Abs. 3 Arzneimittelgesetz),
  • bei Umweltverstößen (§ 12 Abs. 3 Umwelthaftungsgesetz),
  • bei Unfällen mit gentechnisch veränderten Organismen (§ 32 Abs. 4 Gentechnikgesetz),
  • bei Atomunfällen (§ 28 Abs. 3 Atomgesetz).

Entscheidend ist, dass der Schädiger gegenüber dem Getöteten einen Haftungstatbestand erfüllt hat ...

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