Mann furzt vor Polizistin – Anklage wegen Beleidigung

von Stephan Weinberger

Das Amtsgericht Tiergarten erließ einen Strafbefehl wegen Beleidigung gegen einen Mann, der während einer Polizeikontrolle zweimal in der Nähe einer Polizistin gefurzt haben soll. Der Gruppenleiter der Polizeieinheit stellte Strafanzeige wegen Beleidigung. Christopher S. wehrte sich mittels Einspruchs. Doch der Prozess vor dem Amtsgericht Tiergarten wurde zur Luftnummer.

Nur wenige Minuten dauerte einem Bericht der taz zufolge der Prozess im Raum 370 im Amtsgericht Tiergarten. Das Verfahren wurde von der zuständigen Richterin ohne Auflagen auf Kosten der Staatskasse eingestellt. Dabei freuten sich etwa 40 Zuschauer aus der linken Szene bereits auf eine interessante Verhandlung. „Ich hatte auf eine Stunde Kabarettprogramm gehofft“, so eine Besucherin enttäuscht über die Entscheidung.

Im Prozess wäre die Frage zu klären gewesen, ob der Angeklagte Christopher S. durch Flatulenz eine Polizistin beleidigt und damit in ihrer Ehre verletzt hatte. Nicht die betroffene Polizistin erstatte Anzeige, sondern der Gruppenleiter der 32. Polizeieinheit. Diese kontrollierte im Februar 2016 eine Personengruppe im Gefahrengebiet der Rigaer Straße im Friedrichshainer Nordkiez, darunter auch den Angeklagten. „Das Prozedere dauerte eine Dreiviertelstunde in klirrender Kälte und war durch ständige Videoaufnahmen, umfangreiche Taschenkontrollen und verbale Auseinandersetzungen begleitet“, beschrieb S. die Situation gegenüber der taz ...

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