BVerwG zur beamtenrechtlichen Beihilfe für Kosten prophylaktischer Mastektomie mit gleichzeitiger Implantatrekonstruktion

von Liz Collet

In einem Revisionsverfahren des Landes Hessen gegen eine in beiden Vorinstanzen erfolgreiche Klage einer Beamtin des Landes streitet das Land Hessen im Wege der Zulassungsrevision gegen Feststellungen des Berufungsgerichts zum Erkrankungsrisiko der Klägerin und gegen dessen rechtliche Aussagen zum beihilferechtlichen Krankheitsbegriff zu folgendem Sachverhalt:

Die 1975 geborene Klägerin ist beihilfeberechtigte Beamtin des Landes Hessen.

Zwei Verwandte der Klägerin in direkter mütterlicher Linie waren an Brustkrebs erkrankt. Eine daraufhin durchgeführte molekulargenetische Untersuchung ergab, dass die Klägerin – ebenso wie bereits ihre Mutter – eine BRCA2 – Genmutation aufweist.

Die als Hochrisikopatientin eingestufte und in ein entsprechendes Programm mit humangenetischer Beratung aufgenommene Klägerin wandte sich im Januar 2013 an die für sie zuständige Beihilfestelle mit der Bitte um Mitteilung, ob im Rahmen der beamtenrechtlichen Beihilfegewährung die Kosten für eine beabsichtigte beidseitige Brustdrüsenentfernung (prophylaktische Mastektomie) mit gleichzeitiger Implantatrekonstruktion übernommen würden. Dieses Ersuchen wurde mit der Begründung abgelehnt, dass die Klägerin nicht an Brustkrebs erkrankt sei.

Nach erfolglosem Widerspruchsverfahren erhob die Klägerin Klage und ließ sich während des erstinstanzlichen Verfahrens operieren. Die Klage war in beiden Vorinstanzen erfolgreich.

Das Berufungsgericht hat ausgeführt, dass sich der Anspruch entgegen der Auffassung des Verwaltungsgerichts zwar nicht unmittelbar aus der beamtenrechtlichen Fürsorgepflicht ergebe ...

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